Mittlerweile ist es schon ein Jahr her, dass ich die Zusage für mein Auslandssemester in Island bekam und anfing meinen
Urlaub in Island zu planen. Denn bevor der Isländischsprachkurs im August anfing, wollte ich mit meinem Freund 10 Tage lang Island entdecken. Bei der Buchung damals lief einiges schief, deshalb möchte ich heute meine Erfahrungen bei der Planung eines Islandurlaubs mit euch teilen. Ich werde euch auch einige Anregungen und Tipps geben, worauf man bei der Organisation unbedingt achten sollte.
1) Informationen zu Island sammeln
Zunächst einmal solltet ihr euch ein paar Informationen zu
Island sammeln. Wie ist die Landschaft, die Sprache, die Kultur oder das Wetter? Was erwartet euch dort? Ich finde es immer sehr hilfreich einfach etwas im Internet zu stöbern sowie Fotos und Dokumentationen anzuschauen. Vielleicht findet ihr ja sogar beim Lesen meinen bisherigen Beiträge zu
Island und
Reykjavík schon ein paar Ideen. Ansonsten ist es natürlich empfehlenswert sich einen Reiseführer zu besorgen, um besser planen zu können. Ich kann auf jeden Fall die Reise- und Stadtführer von
Lonely Planet empfehlen, die haben mich schon auf einige Reisen in die unterschiedlichsten Länder begleitet und mich nie enttäuscht. Man findet darin immer genügend Tipps und Hinweise selbst zu den kleinsten Orten (die andere Reiseführer oft auslassen).
2) Reisezeitpunkt und -dauer der Islandreise bestimmen
Sobald ihr einen ersten Eindruck von Island gewonnen und genug Ideen gesammelt habt, wird es Zeit für die genauere Planung. Überlegt euch, wann ihr nach Island wollt, wie lange euer Urlaub dauern soll (7 Tage Zeit solltet ihr mindestens mitbringen, aber selbst das ist eigentlich zu kurz) und wo genau ihr hin wollt. Wenn ihr Islands Natur entdecken wollt, solltet ihr nur einen Tag in Reykjavík verbringen (auch wenn Islands Hauptstadt wirklich toll ist!). Sobald ihr aus Reykjavík hinausfahrt seid ihr eigentlich schon direkt umgeben von wunderschöner Landschaft. Falls ihr genug Zeit habt, bietet es sich natürlich an eine Rundreise zu machen, so wie wir damals. Die "Ringstraße" führt von Reykjavík aus einmal um die komplette Insel herum, sodass es einem leicht gemacht wird der Straße zu folgen und auf dem Weg Sehenswürdigkeiten abzuklappern.
3) Reiseroute und -ziele der Islandreise bestimmen
Überlegt euch vorher welche Ziele ihr ansteuern wollt und wie viel Zeit ihr dort verbringen wollt, das heißt wo wollt ihr wie lange übernachten (oder wollt ihr gar zelten?). Oft befinden sich viele schöne Orte in der Nähe eines Dorfes, sodass es sich lohnt dort länger zu bleiben, um Zeit zum Entdecken und Wandern zu haben. Das klingt jetzt zwar alles sehr durchgeplant, aber glaubt mir das alles hat seinen Grund, aber dazu mehr im 5. Punkt. Ich mag eigentlich auch lieber spontane Backpacking-Urlaube, aber im Fall Island funktioniert frühzeitiges Planen am besten wenn ihr nicht plötzlich auf der Straße übernachten wollte.
4) Flug nach Island buchen
Definitiv die größte Hürde, die viele davon abhält überhaupt nach Island
zu fliegen: Der Preis. Und ich rede jetzt nicht nur vom Flug, sondern quasi
von
allem, was man in Island so kaufen möchte. Stellt euch also
auf überteuerte Hostels, immens hohe Restaurantrechnungen und Mietwagen
zu saftigen Preisen ein. Aber lasst euch nicht zu sehr
einschüchtern, denn je früher ihr bucht desto besser! Vergleicht auf
jeden Fall die Preise verschiedener Airlines bevor ihr euren Flug bucht.
Während des Sommers fliegen diverse Airlines wie
Icelandair,
WOW air,
Airberlin und
Germanwings nach Island, während des Winters fliegt nur Icelandair, sodass die Flüge dann dementsprechend teurer sind.
5) Unterkünfte in Island buchen
Wenn ihr vorhabt im Juli nach Island zu fliegen dann wird es jetzt
auf jeden Fall allerhöchste Zeit zu buchen. Am besten solltet ihr schon
ein halbes Jahr vorher euren Urlaub planen und buchen (zumindest wenn
ihr während der Sommermonate nach Island wollt) ansonsten könntet ihr
enttäuscht werden. Wir haben damals erst ca. 3 Monate vorher gebucht, sodass der Mietwagen unglaublich teuer und die Hostels bereits alle
schon fast komplett ausgebucht waren. Nein, das ist kein Witz! Denkt immer
daran: Sobald ihr aus Reykjavík rausfahrt, gibt es keine großen
Ortschaften mehr, das heißt es gibt auch meist nur ein paar wenige,
kleine Hostels und diese sind eben schnell ausgebucht. Wenn ihr also wie
ich eher preiswertere Unterkünfte sucht dann kümmert euch früh genug
darum (einen Tag vorher anrufen und buchen ist hier eher nicht
angesagt!). Hostels suchen und buchen könnt ihr zum Beispiel auf
Hostel.is buchen.
Wer auf Komfort verzichten kann und lieber die freie Natur genießen möchte, kann natürlich auch einfach zelten. Die vermutlich günstigste Möglichkeit, allerdings sollte man sich darauf einstellen, dass es auch im Sommer mal sehr kalt werden kann und es zudem viel Wind und Regen geben kann. In Island gibt es genug Zeltplätze und auch wildes Zelten ist grundsätzlich erlaubt (außer in der Nähe von Zeltplätzen oder in Naturschutzgebieten).
Zu Hotels kann ich euch eher keine Ratschläge
geben, aber wenn ihr bereit seid auch mal etwas mehr auszugeben und ein
paar Einblicke ins Leben der Isländer bekommen wollt dann kann ich euch
auf jeden Fall die
Icelandic Farm Holidays
empfehlen. Viele Isländer leben auf Bauernhöfen und haben Gästezimmer
in ihren Wohnungen frei, die sie an Touristen vermieten. Wir haben das
einige Male gemacht und fanden es sehr gemütlich.
6) Buspass oder Mietwagen in Island buchen
Um Island zu erkunden, kann man entweder per Bus reisen oder ein Auto
mieten. Die Busse fahren allerdings nur während der Sommerzeit
regelmäßig und sind auch nicht unbedingt billiger. Es sind jedoch Buspässe von z.B.
Reykjavík Excursions erhältlich mit denen man je nach Belieben herumfahren kann. Ich halte es jedoch
für empfehlenswerter Geld in einen Leihwagen zu investieren, da man dann
viel flexibler ist. Man kann hinfahren, wo man will (zumindest auf den
befestigten Straßen) und vor allem auch wann man will. Wenn ihr plant
auch Islands Hochland zu entdecken, um dort wandern zu gehen, solltet
ihr jedoch ein dafür geeignetes Fahrzeug mieten, wie einen Jeep.
Wenn ihr Geld sparen wollt, könnt ihr auch ein normales Auto mieten und
nur mit dem Bus fahren wenn ihr ein oder zwei Mal ins Hochland fahren
wollt. Den Mietwagen solltet ihr aber in jedem Fall auch so früh wie möglich buchen, weil die Preise sonst unfassbar teuer werden. Die Anbieter reichen von großen bekannten Firmen wie
Europcar,
SIXT,
Budget,
Hertz und
Avis bis hin zu kleinen Autoverleihen wie
Geysir und
Sadcars aus Island.
Natürlich kann man auch per Anhalter durch Island reisen, denn die Isländer sind freundlich und man wird meistens schnell mitgenommen. Allerdings sollte man das eher nicht alleine machen und bedenken, dass nicht alle Teile Islands gleich stark befahren sind und man je nachdem auch mal ziemlich lange an der Straße stehen kann.
7) Reisevorbereitungen für Island
Die Reise ist gebucht und um seine Vorfreude zu steigern, kann man sich jetzt schonmal mit dem Nötigsten eindecken. Wenn ihr zum Beispiel vorhabt in Island wandern bzw. zelten zu gehen, solltet ihr euch die passende Kleidung und Ausrüstung zulegen. Die meisten Wanderwege waren alle auch mit normalen Sneakers begehbar; wer sich aber an schwierigere Wanderungen heranwagen will, sollte sich Wanderschuhe zulegen. Ebenso hilfreich ist es sich eine gute Landkarte zu besorgen - sowohl beim Planen der Reiseroute, als auch später wenn man in Island unterwegs ist. Das Geld für ein Navi kann man sich in Island wirklich sparen, weil man die meiste Zeit auf der Ringstraße unterwegs ist. Ansonsten ist alles ausgeschildert oder auf der Karte zu finden. Letztendlich ist es natürlich toll wenn man sich die Mühe macht und vorher versucht ein paar Brocken Isländisch zu lernen. Zwar können alle Isländer total gut Englisch, aber meistens freuen sie sich dann doch wenn man ein wenig Isländisch kann.
8) Einige Tipps zum Reisen in Island
Wenn
ihr während eurer Reise eher gutes Wetter wollt, solltet ihr am besten zwischen Mai und
September/Oktober fahren. Während dieser Zeit ist zumindest die
Wahrscheinlichkeit für wärmeres, schönes Wetter am höchsten (aber in
Island ist da leider nie Verlass drauf). Vor allem im Sommer sind die
Farben Islands leuchtend schön und zudem habt ihr den Vorteil, dass es
wirklich
sehr lange hell ist, da die Sonne erst nach Mitternacht
untergeht. In diesem Fall kann man gar nicht mehr aufhören die
Landschaft zu entdecken, denn wer will schon schlafen wenn es hell ist?
;) In den Wintermonaten habt ihr dafür den Vorteil, dass weniger
Touristen unterwegs sind und sich die Wahrscheinlichkeit Nordlichter zu
sehen stark erhöht. Zudem sieht die Landschaft im Winter mit all dem
Schnee wieder ganz anders aus. Dafür ist es im Dezember aber nur
vier Stunden hell, sodass wenig Zeit zum Reisen übrig bleibt und auch das Wetter kann mal
verdammt ungemütlich werden.Wenn ihr in Island unterwegs seid, hilft es deshalb immer ein Auge auf die
Wettervorhersage zu haben, um keine bösen Überraschungen zu erleben. Auf
dieser Seite könnt ihr immer nachsehen in welchem Zustand sich die Straßen befinden. Wichtig ist es außerdem immer genug einzukaufen und zu tanken wenn man in einer größeren Ortschaft ist, da man danach oft kilometerweit fahren kann ohne auf irgendwelche Häuser zu treffen.