16. November 2013

Neuseelands wilde Westküste: Ein Tagesausflug nach Piha

Donnernd rollen die riesigen Wellen über den schwarzen Sandstrand, der sich entlang der zerklüfteten Küste zieht. Ich atme die salzige Luft tief ein und genieße den Duft des Meeres. Der Wind wirbelt mein Haar durch die Luft und die schnell dahinziehenden Wolken jagen ein Muster aus Licht und Schatten durch das Tal. Sobald die Wolkendecke kurz aufreißt, beginnt das Meer in strahlendem Blau und der Wald der Waitakere Ranges in sattem Grün zu leuchten. Ich bin ruhig und entspannt, überwältigt von Neuseelands anmutiger Schönheit. Dennoch bringt Piha vor allem Neuseelands wilde Seite zum Vorschein.


Ich war bisher erst zwei Mal in Piha, doch ich liebe diesen kleinen Ort einfach. Das erste Mal machte ich mit meinem Gastvater einen Ausflug nach Piha. An einem sonnigen Tag im August (also neuseeländischem Winter) fuhren wir los. Die gewundene Straße nach Piha führte durch saftig grüne Wälder und gewährte immer wieder Ausblicke aufs Meer. Zuerst machten wir einen Spaziergang zu den Kitekite Falls und entdeckten auf dem Weg Neuseelands nativen Regenwald. Nach einer kleinen Mittagspause (typischerweise mit Eiersandwich) fuhren wir hinunter zum Strand. Der schwarze Sand glitzerte im Sonnenlicht und das Meer war vergleichsweise ruhig.

Ich hoffe ich kann mit diesen Fotos ein wenig den Winter vor unseren Fenstern vertreiben. Die Fotos wurden im August 2009 aufgenommen. Beim nächsten Mal bekommt ihr dann Piha im Sommer zu sehen!


Das isolierte Küstendorf liegt mit dem Auto nur 40 Minuten von Auckland entfernt und bietet damit ein perfektes Ziel für einen Tagesausflug. Kein Wunder also, dass Piha auch bei den Neuseeländern ein bekannter und beliebter Ferienort ist. Piha befindet sich an der Westküste von Neuseelands Nordinsel und bietet eine natürliche, raue Schönheit. Zwischen den bewaldeten Hügeln der Waitakere Ranges erstreckt sich der Piha Beach mit seinem schwarzen Eisensand. Die gigantischen Wellen, die vom Wind aufgepeitscht werden, locken zudem unzählige Surfer an. Bei warmen Temperaturen kann man aber ebenso gut am Strand entspannen oder sogar schwimmen gehen. Parkplätze, Umkleiden und öffentliche Toiletten gibt es direkt beim Strand. Allerdings sollte man sich darüber im klaren sein, dass das Meer an der Westküste sehr wild ist. Aufgrund der Strömungen und der damit verbundenen Gefahr ins offene Meer hinausgetrieben zu werden, sollte man nur schwimmen gehen während die Küstenwache Aufsicht hält.



Auch für Wanderer ist Piha ein wahres Paradies. Neben der Möglichkeit den großen Felsen am Piha Beach, den Lion Rock, zu besteigen, gibt es auch in der umliegende Landschaft viele Wanderwege. Eine beliebte Wanderung folgt einem Pfad durch den Wald bis zu den Kitekite Falls. Am Ende der Glen Esk Road kann man sein Auto parken und von dort aus dem Rundweg folgen, der sowohl zu einer Aussichtplattform nahe des Wasserfalls führt als auch hinunter zu dem natürlichen Badebecken unterhalb der Kitekite Falls. Dort kann man das ganze Jahr über baden gehen. Außerhalb der Sommermonate würde ich es allerdings nur sehr abgehärteten Menschen empfehlen.


Piha hat außer wunderschöner Natur nicht viel zu bieten, oft wirkt der Ort eher wie ausgestorben. Neben den verstreuten Ferienwohnungen, einem Campingplatz und einigen kleinen Cafés gibt es hier nicht viel. Allerdings kann man bei gutem Wetter im Piha Café zu Mittag essen und auf der Terrasse den Ausblick genießen. Das Essen ist ganz gut nur die Gläser sind irgendwie etwas sandig. Wer sich selbst in die Wellen stürzen möchte, kann außerdem einen Surfkurs bei der Surfschule belegen.

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11. November 2013

Rezept: Tomaten-Basilikum-Suppe

Fruchtige Tomaten und frischer Basilikum vereinen sich zu einer pikanten Suppe. Da die Tage zunehmend kälter werden, bekomme ich auch immer öfter Lust auf eine wärmende Suppe. Diese Tomaten-Basilikum-Suppe ist nicht nur lecker und erinnert geschmacklich an die letzten Sommertage, sondern ist auch noch schnell und einfach zubereitet. Also perfekt wenn es mal schneller gehen muss. 


Zutaten (für etwa 4 Portionen)
- 8-10 Romatomaten (etwa 880g)
- 1 Zwiebel
- 2 Knoblauchzehen
- frische Basilikumblätter (etwa 8g) + einige zum Servieren
- 500ml Hühnerbrühe
- 1 EL Honig
- Olivenöl
- Salz, Pfeffer, Oregano, Chilipulver


Zubereitung
Das Gemüse waschen bzw. schälen. Tomaten, Zwiebeln und Knoblauchzehen in Würfel schneiden und mit etwas Olivenöl in einem Topf anbraten. Mit Hühnerbrühe auffüllen und etwa 20 Minuten lang köcheln lassen. Dann Basilikum und Honig hinzugeben und mit Salz, Pfeffer, Oregano und etwas Chilipulver abschmecken.


Weitere 10 Minuten köcheln lassen und schließlich mit einem Pürierstab zu einer glatten Suppe verrühren. Wer lieber Stückchen in der Suppe haben möchte, kann diesen Schritt auch weglassen. Suppe in Schalen füllen, mit frischem Basilikum garnieren und je nachdem mit etwas Brot servieren.

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7. November 2013

City Guide: Edinburgh

In meinem heutigen City Guide geht es um Schottlands wunderschöne Hauptstadt Edinburgh. Ich habe wie immer nochmal alle Fakten für euch zusammengetragen, damit ihr alles auf einen Blick habt. Wie immer entsprechen meine Tipps und Ratschläge meinen persönlichen Erfahrungen.
Edinburgh liegt an der schottischen Ostküste und ist nach Glasgow die zweitgrößte Stadt Schottlands. Neben vielen gut erhaltenen historischen Gebäuden bietet die Stadt vor allem auch viel Kunst und Kultur. Zudem gibt es jede Menge ungewöhnliche Ecken zu entdecken. Drei Tage sollte man eigentlich mindestens für einen Besuch einplanen.

Anreise & Transport

Vom Flughafen kommt man ganz einfach mit einem Shuttle Bus in die Innenstadt, der in regelmäßigen Abständen fährt. Wenn man dort angekommen ist, lässt sich eigentlich alles fußläufig erreichen. Edinburghs Innenstadt ist recht übersichtlich und die meisten Sehenswürdigkeiten liegen nahe beieinander. In der Stadt Auto zu fahren ist allerdings ziemlich anstrengend, da man ständig in irgendeiner Einbahnstraße oder vor einer Baustelle landet. Ihr solltet euch lieber zu Fuß auf Entdeckungstour begeben!

Unterkunft in Edinburgh

Wer in Edinburgh übernachten möchte, hat die Qual der Wahl. Von einfachen Hostels bis hin zu luxuriösen Hotels kann man hier eigentlich alles finden. Eines jedoch haben wohl alle Unterkünfte gemeinsam: Sie sind nicht billig. Selbst ein Zimmer im Hostel kostet in Edinburgh meist um die 30 Euro pro Nacht. Ein Hostel, das immerhin durch seine unschlagbare Lage besticht, ist das Castle Rock Hostel (15 Johnston Terrace). Es handelt sich dabei um ein altes Gebäude, welches sich direkt neben dem Edinburgh Castle befindet. Die Einrichtung ist zwar einfach, aber recht gemütlich. Auch das Personal ist freundlich und hilfsbereit.

Essen & Trinken in Edinburgh

Edinburgh bietet ein breit gefächertes Angebot an Restaurants, Cafés und Bars. Ein Restaurant findet man an fast jeder Ecke, allerdings haben wir kein wirklich besonderes entdecken können. In den Restaurants von Bella Italia bekommt man beispielsweise italienische Gerichte wie Pizza oder Pasta. Die nostalgische Einrichtung sorgt für eine gemütlich Atmosphäre und das Essen ist auch völlig in Ordnung, allerdings nicht ganz billig. Ebenfalls eine ganz gute Anlaufstelle ist der Pub The Last Drop (74-78 Grassmarket), wo man unter anderem leckere Enchiladas oder Spaghetti Bolognese bekommen kann. Leckeres amerikanisches Essen wie Burger und Pasta gibt es bei der Filling Station (235-241 High Street). Schon eher ein Geheimtipp ist das Red Squirrel (21 Lothian Road). Das gemütliche Restaurant bzw. Pub serviert leckere Burger und Getränke und ist bereits früh am Abend sehr gut besucht. Hier tummeln sich vor allem auch viele Einheimische, die ihren Tag gemütlich ausklingen lassen wollen.

Kultur & Sehenswürdigkeiten in Edinburgh

Der Vorteil an Edinburgh ist, dass sich fast alle Sehenswürdigkeiten im Zentrum befinden und damit nahe beieinander. Generell lässt sich die Innenstadt in zwei Gebiete aufteilen: die New Town und die Old Town. Die New Town liegt auf einem Hügel gegenüber von der Altstadt und zeichnet sich vor allem durch ihre georgianischen Wohnhäuser aus. Unter anderem befindet sich hier auch die Princes Street (siehe Shopping). Touristenmagnet Nummer 1 ist jedoch vermutlich die Old Town. Sie liegt auf einem Hügel nahe des Edinburgh Castles. Geprägt wird das Stadtbild hauptsächlich von vielen kleinen Gassen und Treppen, die ein regelrechtes Labyrinth zu bilden scheinen. Das Edinburgh Castle thront auf einem Basaltfelsen, dem Castle Rock, und lässt sich von der Royal Mile aus erreichen. Der Eintritt ist jedoch ziemlich teuer, weshalb man sich überlegen sollte, ob man sich so sehr dafür interessiert, dass es sich lohnt. Denn auch von außen bietet die Burg einen schönen Anblick. Die Royal Mile ist eine Straße mit viel Charme. Vom Edinburgh Castle führt sie über Kopfsteinpflaster vorbei an vielen Pubs, Souvenirläden und alten Häusern. Ebenfalls auf der Royal Mile befindet sich der Real Mary King's Close. Hier werden geführte Touren durch die unterirdischen, mittelalterlichen Gassen des alten Edinburghs angeboten. Diese sind wirklich interessant und vermitteln einem gute Einblicke in das Leben des 16. und 17. Jahrhunderts. Sehr spannend sind sicherlich auch die Geistertouren durch den Untergrund, die von Mercat Tours angeboten werden.


Sehenswert ist auch Greyfriars Kirkyard und die Statue von Greyfriars Bobby. Der alte Friedhof  umgibt mit seinen hohen Mauern eine Kirche und bietet neben antiken, verzierten Grabsteinen auch viel Grün. Vor einem an den Friedhof angrenzenden Pub steht außerdem die Statue des Skyeterriers Bobby, der angeblich jahrelang am Grab seines toten Herrchens ausgeharrt haben soll. Nicht zu unterschätzen ist auch das National Museum of Scotland. Auf fünf Etagen dokumentiert dieses Schottlands Geschichte. Der Eintritt ist frei und man sollte es nicht verpassen mit dem Aufzug hinauf zur Dachterrasse zu fahren. Von dort hat man einen wunderschönen Blick auf das Edinburgh Castle und die Stadt.
Zuletzt sollte man noch wissen, dass Edinburgh jede Menge Festivals zu bieten hat. Während des jährlich stattfindenden Edinburgh Festival Fringe kann man die Stadt im Ausnahmezustand erleben und an einem der größten Kunstfestivals der Welt teilhaben. Doch auch andere Künste sind vertreten, beispielsweise beim Edinburgh International Film Festival oder beim Edinburgh International Jazz and Blues Festival.

Aktivitäten in Edinburgh

Neben dem normalen Sightseeing gibt es in Edinburgh noch einiges anderes zu entdecken. In Edinburgh hat man das Glück, die Stadt von verschiedenen Aussichtspunkten aus bewundern zu können. Eine Möglichkeit bietet der etwa 100 Meter hohe Calton Hill, der sich am Ende der Princess Street erhebt. Von der Hügelkuppe aus hat man eine wirklich schöne Aussicht über Edinburgh inklusive Edinburgh Castle und Arthur's Seat. Wer etwas ehrgeiziger ist, kann den 251 Meter hohen Arthur's Seat in Angriff nehmen. Von dort kann man zwar die ganze Stadt überblicken, aber meiner Meinung nach ist der Ausblick nicht allzu spektakulär, da die wichtigen Sehenswürdigkeiten sehr weit weg sind. Bei gutem Wetter lohnt es sich durch die Princes Street Gardens, die sich zwischen Old Town und New Town befinden, zu spazieren und auf der Wiese oder einer der Bänke zu entspannen. Bei schlechtem Wetter bietet sich dahingegen eher ein Museumsbesuch an. Ich war ziemlich begeistert von der Camera Obscura, denn die Ausstellung hat sich den optischen Täuschungen gewidmet. Neben der Camera Obscura, einer Erfindung aus dem 19. Jahrhundert, kann man hier interaktiv alle möglichen lustigen Dinge ausprobieren. Sicherlich auch interessant, sind das Surgeons' Hall Museum oder die Butterfly & Insect World. Für beides hatten wir leider nicht mehr genug Zeit übrig.

Shopping in Edinburgh

Einkaufen gehen kann man in Edinburgh gut auf der Princes Street. Von der Shoppingmeile aus hat man außerdem einen perfekten Ausblick auf das Edinburgh Castle. Hier findet man vor allem die üblichen Geschäfte wie Topshop, Primark, H&M oder Boots. Souvenirläden hingegen findet man hauptsächlich auf der Royal Mile.

Ausgehen in Edinburgh

Edinburgh bietet nicht nur eine Vielzahl an Restaurants, sondern auch jede Menge Bars und Pubs. Es sollte sich nicht als Problem herausstellen beim Umherschlendern etwas Passendes zu finden. Ganz gut gefallen hat uns zum einen das bereits erwähnte Red Squirrel sowie die Bar Kohl. Dort gab es sehr leckere Cocktails, allerdings die typischen betrunkenen, laut herumgrölenden und zu leicht bekleideten Briten gleich mit dazu.

Sonstiges

Alles in allem ist Edinburgh sicherlich nicht nur eine richtig schöne, sondern auch spannende Stadt. Es gibt viel zu entdecken und ein großes kulturelles Angebot. Leider kann einem das Wetter schnell einen Strich durch die Rechnung machen. Wer Edinburgh während der Festivalzeit erleben möchte, sollte im August hinfahren. Allerdings muss man damit rechnen, dass dann alles voller Menschenmassen ist. Weniger Touristen sind angeblich im Mai unterwegs, sodass alles etwas entspannter ist.
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31. Oktober 2013

Geistergeschichten aus Núpur, Island {Halloween Special}

Heute ist Halloween und ich möchte euch von einem ganz besonderen Erlebnis berichten, das ich in Island hatte. Wie ich bereits in meinem letzten Post erzählt habe, verbrachte ich drei Wochen in Núpur, einem abgelegnen Ort in Island, bevor es für mich nach Reykjavík zum Studieren ging. Ich habe auch bereits erwähnt, dass ich selbst niemals an Geister geglaubt habe (und es auch eigentlich bis heute noch nicht tue), daher ist es mir fast ein bisschen peinlich diese Geschichte hier niederzuschreiben. Mir läuft heute noch ein kalter Schauer über den Rücken wenn ich nur daran denke...

Die Fotos aus dem heutigen Post stammen übrigens allesamt von einem Freund aus Island. Gabriel macht wirklich unglaublich gute Fotos, ihr solltet unbedingt mal auf seiner Facebookseite vorbeischauen. Er hat mir freundlicherweise erlaubt, dass ich seine Fotos heute verwenden darf, denn seine stimmungsvollen Fotos aus Núpur passen einfach unglaublich gut zu meiner heutigen Geschichte. Takk fyrir Gabriel!


Es ist die zweite Woche meines Aufenthalts in Núpur und mittlerweile habe ich mich gut eingelebt. Dennoch machen die vielen neuen Eindrücke und Isländischkenntnisse mich müde, sodass ich abends meistens erschöpft ins Bett falle. Das kleine Zimmer, welches ich mir mit einem anderen Mädchen teile, liegt nicht im Hauptgebäude, sondern ein bisschen weiter abseits, sodass es nachts immer sehr ruhig ist. Dennoch fühle ich mich wirklich sicher und Siggis Geistergeschichten habe ich auch schon längst wieder vergessen. Alles ist wie immer, als ich abends ins Bett gehe. Meine Mitbewohnerin ist wie sonst auch noch nicht zurück, da sie oft erst nach mir schlafen geht. Leider ist das meist etwas störend, da ich jedes Mal wieder wach werde wenn sie das Zimmer betritt. Wer wird schon gerne geweckt wenn er am nächsten Morgen früh aufstehen muss? Aber irgendwie muss man sich ja arrangieren, wenn man auf so engem Raum zusammenlebt. Ich falle in einen tiefen, traumlosen Schlaf...


Ein leises Geräusch lässt mich hochschrecken. Etwas ungehalten öffne ich die Augen und entdecke im Dunkeln meine Mitbewohnerin, die nur ein kleines Stück weit entfernt am Schreibtisch steht. Sie scheint erst eine ganze Weile nach mir zurück ins Zimmer gekommen zu sein. Immerhin hat sie diesmal darauf verzichtet das Licht einzuschalten dafür summt sie leise eine Melodie vor sich hin. Offensichtlich bin ich auch deswegen aufgewacht. Genervt drehe ich mich vom Rücken auf die Seite um, da ich es nicht mag wenn mir jemand beim Schlafen zusieht.


Konzentriert, aber immer noch todmüde, kneife ich die Augen fest zusammen und ziehe die Decke etwas höher, um wieder einzuschlafen bevor ich ganz wach werde. Ich weiß selbst nicht warum, doch plötzlich habe ich das Gefühl das etwas nicht stimmt. Das sich irgendetwas an der jetzigen Situation falsch anfühlt. Ich lausche, doch im Zimmer ist es vollkommen still. Das Summen ist verstummt und ich höre nur die gleichmäßigen, leisen Atemzüge eines Schlafenden aus dem Bett neben meinem. In diesem Augenblick sickert die Erkenntnis langsam in mein schlaftrunkenes Gehirn durch: Meine Mitbewohnerin kann unmöglich schlafend im Bett neben mir liegen wenn sie noch vor zwei Sekunden am Schreibtisch gestanden hat. Ich spüre, wie sich meine Nackenhaare aufrichten und habe plötzlich das Gefühl, als läge ich in einer Badewanne voll Eis. Augenblicklich bin ich hellwach und drehe mich ruckartig um. Was ich in dem Bett neben mir sehe, lässt mir das Blut in den Adern gefrieren. Dort liegt niemand anderes als meine Mitbewohnerin, die tief und friedlich schläft, als läge sie schon seit einigen Stunden dort. Sofort huscht mein Blick zurück zum Schreibtisch, doch dort steht niemand...


Mit zitternden Fingern schalte ich meine Nachttischlampe ein. Selbst jetzt wird meine Mitbewohnerin nicht wach. Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass es bereits drei Uhr morgens ist. Mein Puls rast. Vor allem finde ich keine logische Erklärung für das, was ich soeben gesehen habe. Wenn mein Kopf mir einfach einen Streich spielen wollte, hätte ich doch sofort gedacht, dass ich einen Geist sehe oder nicht? Aber ich habe mir nichts dabei gedacht bis ich die Atemzüge aus dem anderen Bett gehört habe. Und welches Geräusch hat mich sonst so hochschrecken lassen, obwohl es doch vollkommen still ist? Am liebsten würde ich das Licht nicht wieder ausschalten und meine Augen nicht mehr schließen bis die Sonne aufgeht. Viel lieber würde ich gerade schreiend wegrennen. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so ein durchdringendes Gefühl der Angst verspürt habe.


Nach diesem Erlebnis war es leider mit dem erholsamen Schlaf in Núpur vorbei. Ich muss zugeben, dass ich jeden Abend gehofft habe bloß nicht wieder nachts aufzuwachen. Das Schlimmste war eigentlich, dass meine Mitbewohnerin auch noch früher abgereist ist als ich, sodass ich die letzten Tage alleine im Zimmer verbringen musste. Ich weiß, ich klinge gerade vermutlich wie der größte Angsthase der Welt, aber ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie gruselig das Ganze war. Das summende Mädchen am Tisch, das dann doch gar nicht meine Mitbewohnerin war... Jedes Mal wenn ich daran zurück denke, wird mir wieder ganz anders. Dieses Erlebnis werde ich bestimmt niemals wieder vergessen und auch wenn mein Freund mir schon versucht hat alle möglichen logischen Theorien abzuliefern, die den Vorfall erklären, macht bis heute keine von ihnen Sinn. So schön die Zeit in Núpur auch war, ich glaube es gab niemanden, der sich am Ende mehr darüber gefreut hat, dass es endlich nach Reykjavík geht.


Was meint ihr? Gibt es für alles eine logische Erklärung oder habt ihr auch schonmal Dinge erlebt, die sich der normalen Vorstellungskraft entzogen haben?
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30. Oktober 2013

Geistergeschichten aus Island {Halloween Special}

Ein abgelegener Fjord, umrahmt von schroffen Bergen und ein ehemaliges Internat irgendwo im Nirgendwo von Island. Bevor ich für vier Monate nach Reykjavík fuhr, um dort mein Auslandssemester zu verbringen, hatte ich die Möglichkeit einen dreiwöchigen Isländisch-Intensivkurs im winzigen Ort Núpur, in den Westfjorden Islands, zu absolvieren.


Bereits die Region der Westfjorde gehört zu den abgeschiedensten Orten in Island, da sie nur über steile, kurvige Straßen abseits der Ringstraße zu erreichen ist. Mit nur etwas mehr als 7000 Einwohnern ist die Halbinsel außerdem sehr dünn besiedelt. Etwa eine halbe Stunde entfernt von Núpur liegt der etwas größere Ort Ísafjörður. Núpur selbst jedoch liegt einsam zwischen steilen Berghängen eingeschlossen. Neben einigen weit verstreuten Farmen besteht Núpur selbst bloß aus einem ehemaligen Internat, das heutzutage als Hotel genutzt wird, sowie einer kleinen Kirche. Nicht mal einen Supermarkt gibt es dort, die Zivilisation erscheint unglaublich weit entfernt. Doch zusammen mit den anderen Kursteilnehmern, war es wirklich eine unglaublich spannende Zeit, die ich in Núpur verbringen durfte. Zusammen lernten wir die isländische Kultur und Sprache kennen und entdeckten die wunderschöne Landschaft der Westfjorde. Wie im damaligen Internat teilten wir uns jeweils zu zweit ein kleines Doppelzimmer.


Doch der Grund wieso ich euch heute über Núpur berichte ist eigentlich ein anderer: Denn es geht um das Thema Geistergeschichten. In Deutschland habe ich schon häufig von dem Vorurteil gehört, dass Isländer angeblich an Feen und Gespenster glauben sollen. Die Antwort, ob das tatsächlich stimmt, lässt sich jedoch nicht so einfach geben. Generell würde ich sagen, dass ein Großteil der Isländer nicht daran glaubt, allerdings gibt es in Island sicherlich mehr Menschen als in Deutschland, die an Geister glauben. Schwierig ist es auch immer einzuschätzen, ob ein Isländer eine Geistergeschichte nur erzählt, um das typische Bild aufrechtzuerhalten, was wir von ihnen haben. In Island habe ich auf jeden Fall mehr Geistergeschichten gehört, als in meinem ganzen Leben zuvor.


Einige davon erzählte uns eines abends Siggi, einer der Hotelinhaber. Bevor ihr jetzt verständnislos den Kopf schüttelt, solltet ihr euch jedoch über die Situation in Núpur bewusst sein. Es handelt sich nicht nur um ein altes, abgeschiedenes Internat, sondern im Winter wird es hier auch drei Monate lang nicht wirklich hell. Da fällt es einem doch auch direkt viel leichter an Geister zu glauben oder nicht?


Fast alle von uns hatten sich im großen Speisesaal eingefunden, um Siggis Geistergeschichten zu lauschen. Siggi begann zu erzählen: "Früher gab es in Núpur einen Jahrgang aus dem ein Schüler offensichtlich nicht besonders glücklich war. Sein Name war Númi. Eines morgens fand man ihn in der Turnhalle - er hatte sich erhängt." Siggi legte eine Pause ein und sah in die Runde bevor er weitersprach: "Zwar ging das Leben in Núpur weiter seinen Lauf, doch eines Tages ereignete sich etwas Seltsames. Zwei Jungen machten ein Foto von sich, wie sie vor der Schule standen. Doch als sie später die entwickelten Fotos abholten, erschraken sie sehr. Denn auf dem Foto waren nicht nur sie zu sehen, sondern direkt hinter ihnen stand Númi.", dabei riss Siggi die Augen auf und blickte uns mit räselhaftem Gesichtsausdruck an. "Seitdem spukt Númi angeblich in Núpur umher. Es ist schon öfter passiert, dass Hotelgäste morgens zu mir kamen, da sie plötzlich seltsame Kratzer im Gesicht hatten...", sagte Siggi mit gesenkter Stimme. "Ich übernehme also keine Garantie für eure Sicherheit, das Geld für die Zimmer gibt es nicht zurück."

Nach einer kurzen Pause fuhr Siggi fort: "Ganz in der Nähe der Schule gibt es eine alte, unbewohnte Scheune. Im Winter fahre ich oft daran vorbei. Bereits einige Male waren die Fenster der Scheune erleuchtet - und das obwohl sie verlassen ist." Bedeutungsvoll hob Siggi die Augenbrauen. "Ein anderes Mal war ich alleine im Hotel unterwegs und sah von draußen, wie das Licht in der Küche eingeschaltet wurde. Doch außer mir war niemand da, um es einzuschalten...".


Siggi blickte erneut in unsere ungläubigen Gesichter. "Wenn der Winter in Núpur vorbei ist und es langsam wieder hell wird, öffne ich die Türen aller Hotelzimmer, damit frische Luft durch die Zimmer und Gänge wehen kann. Eines Nachmittags lief ich durch die Gänge, vorbei an den offenen Zimmern. Im Vorbeigehen warf ich einen Kontrollblick in jedes Zimmer.", Siggi wandte demonstrativ seinen Kopf zur Seite. "Doch plötzlich erregte etwas meine Aufmerksamkeit. Im Vorbeigehen sah ich in einem der Zimmer jemanden stehen." Siggi blickte uns aus unergründlichen Augen an. "Da zu dieser Zeit noch keine Gäste im Hotel sind und in Islands Einöde niemand in ein Hotel einbrechen würde, war ich verwundert. Doch da ich routiniert durch den Gang gelaufen war, immer dieselbe Bewegung ausführend, hielt ich erst einige Schritte später inne, als mir klar wurde, was ich da gesehen hatte." Siggi drehte sich auf dem Absatz um. "Ich wandte mich also um und ging langsam zurück zum Zimmer. Ich wunderte mich, wer sich zu dieser Jahreszeit hierher verlaufen hatte. 'Hallo? Wer ist da?', rief ich. Ich trat in den Eingang des Zimmers, doch das Zimmer war... vollkommen leer."


Und mit dieser Geschichte verabschiede ich mich für heute von euch. Natürlich ist es jedem selbst überlassen, ob er solchen Erzählungen Glauben schenkt oder nicht. Ich kann generell von mir sagen, dass ich an so etwas wie Geister nicht glaube und auch Siggis Geschichten nicht allzu ernst genommen habe. Bis zu dem Tag, an dem ich selbst ein wirklich unheimliches Erlebnis in Núpur hatte. Aber davon hört ihr beim nächsten Mal mehr...

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26. Oktober 2013

Herbststimmung in Reykjavík: Der alte Hólavallagarður Friedhof {Halloween Special}

Halloween rückt immer näher und ich lese schon die ganze Zeit begeistert auf anderen Blogs die ganzen tollen Rezepte, DIYs und Dekoideen durch. Dabei kann ich dieses Jahr leider mal wieder selbst nicht feiern. Außerdem habe ich momentan so viel für die Uni zu tun, dass ich fast nie zum Bloggen komme. Aber für Halloween habe ich mir dieses Jahr trotzdem etwas ganz Besonderes überlegt, um euch ein wenig in Stimmung zu bringen. Ich kann euch schonmal verraten, dass es um Island geht! Heute gibt es den ersten Teil der Halloween-Reihe. Ich habe diesmal einen Artikel mit Fotos für euch vorbereitet. Sie stammen von einem alten Friedhof in Reykjavík, der vor allem im Herbst sehr schön anzuschauen ist. Ich finde außerdem, dass die Fotos thematisch gut zu Halloween passen. Beim nächsten Mal geht es mit einem ziemlich unheimlichen Erlebnis weiter, das ich in Island hatte...

Der Friedhof Hólavallagarður wurde im Jahr 1838 gegründet und beherbergt zahlreiche antike, verzierte Grabsteine und Denkmäler. Zwischen den Gräbern erheben sich verkrümmte Bäume, die ihre Äste schaurig gen Himmel erheben. Der Friedhof liegt auf einem Hügel an der Suðurgata nicht allzu weit vom Zentrum entfernt und ganz nebenbei auch nur fünf Minuten von meiner damaligen Wohnung in Reykjavík weg. Ein Besuch lohnt sich zu jeder Jahreszeit, denn die alten Grabsteine sind wirklich interessant. Außerdem ist der Friedhof vermutlich der Ort mit den meisten Bäumen in Reykjavík. Aber nun möchte ich die Fotos für sich sprechen lassen.

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20. Oktober 2013

Rezept: Kürbissuppe mit Curry und Gewürzcreme

Es hat lange kein Rezept mehr gegeben, deshalb möchte ich heute ein einfaches Suppenrezept mit euch teilen, das perfekt zum Herbst passt. Ich habe diese Suppe schon vor einer ganzen Weile gekocht, bin aber bisher nicht dazu gekommen den Post vorzubereiten. Diese Kürbissuppe überzeugt jedenfalls mit dem würzigen Aroma von im Ofen geröstetem Kürbis, pikantem Curry und dem sämigen Geschmack von einem Klecks Gewürzcreme.


Zutaten (für etwa 4 Portionen)
- 1 kleiner Kürbis
- 330g Kartoffeln
- 4 Möhren
- 1 Zwiebel
- 1 Knoblauchzehe
- 1L Hühnerbrühe
- 2 TL Currypulver
- Salz, Pfeffer und Muskatnuss
- 100g Crème fraîche
- Korianderpulver
- Chilipulver


Zubereitung
Den Ofen auf 200°C vorheizen. Den Kürbis schälen und in etwa 2,5cm große Stücke schneiden. Die Kürbisstücke in eine Schüssel geben, mit etwas Olivenöl beträufeln und mit Salz und Pfeffer würzen. Alles gut vermengen, sodass der Kürbis von allen Seiten mit Öl benetzt ist. Den Kürbis auf einem Backblech verteilen und im Ofen etwa 30-40 Minuten backen oder bis er weich geworden ist.

In der Zwischenzeit das restliche Gemüse schälen und in Würfel schneiden. In einem Topf etwas Olivenöl erhitzen und das Gemüse darin für einige Minuten andünsten. Dann das Ganze mit Hühnerbrühe auffüllen, mit Salz und Pfeffer würzen und köcheln lassen bis das Gemüse durch ist.


Den Kürbis aus dem Ofen nehmen und zum restlichen Gemüse in den Topf geben. Den Topf von der Herdplatte nehmen und mit einem Pürierstab alles zu einer glatten Suppe verrühren. Zum Schluss noch das Currypulver hinzufügen und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken. Falls die Suppe zu dick ist, kann sie noch mit etwas Hühnerbrühe verdünnt werden.

Crème fraîche in eine kleine Schüssel geben und jeweils eine Prise Muskatnuss, Koriander und Chili dazugeben. Alles zu einer glatten Masse verrühren. Die Suppe in Schalen füllen und mit etwas Gewürzcreme anrichten. Ich habe außerdem noch etwas Chilipulver und geröstete Pinienkerne drüber gestreut, lecker!

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