17. April 2016

Fazit: Der Island Roadtrip im Überblick

In den letzten Monaten habe ich hier von meinem Island Roadtrip berichtet, der uns einmal um die ganze Insel geführt hat. Dabei haben wir die unterschiedlichsten Landschaften durchquert und Sehenswürdigkeiten passiert: Vulkane, Gletscher, Berge, Täler, Wasserfälle, heiße Quellen, Seen, Strände und Fjorde. Im heutigen Artikel habe ich eine Übersicht unseres Island Roadtrips zusammengestellt.
Landschaft in Island

Ihr findet diesmal unsere täglichen Reiseetappen im Überblick, inklusive einer Karte mit unserer Reiseroute sowie den entsprechenden Unterkünften. Außerdem gebe ich euch noch ein kleines Fazit zu meiner Reise durch Island. In einiger Zeit folgt außerdem auch ein Travel Guide für Island, in dem ich alle wichtigen Infos zum Reisen in Island zusammenfassen werde.


Island Roadtrip: Reiseroute im Überblick

Tag 1: Keflavík - Hvollsvöllur
Sightseeing & Aktivitäten: Landschaft entlang der Ringstraße 1
Übernachtung: Garðsauki Guesthouse

Tag 2: Hvollsvöllur
Sightseeing & Aktivitäten: Þórsmörk & Goðaland, Dýrholæy, Skógafoss
Übernachtung: Garðsauki Guesthouse

Tag 3: Hvollsvöllur
Sightseeing & Aktivitäten: Vestmannæyjar/Heimæy, Seljalandsfoss
Übernachtung: Garðsauki Guesthouse

Tag 4: Hvollsvöllur - Kirkjubæjarklaustur
Sightseeing & Aktivitäten: Landmannalaugar, Vík
Übernachtung: Hótel Laki

Tag 5: Kirkjubæjarklaustur - Berunes
Sightseeing & Aktivitäten: Svínafellsjökull, Jökulsárlón
Essen (Restaurant Tipp): Berunes Hostel Restaurant
Übernachtung: Berunes Hostel

Tag 6: Berunes - Akureyri
Sightseeing & Aktivitäten: Goðafoss
Übernachtung: Akureyri Hostel

Tag 7: Akureyri
Sightseeing & Aktivitäten: Hverarönð, Krafla, Leirhnjúkur, Mývatn
Übernachtung: Akureyri Hostel

Tag 8: Akureyri - Árdalur
Sightseeing & Aktivitäten: Laufás, Húsavík
Übernachtung: Árdalur Farmhouse

Tag 9: Árdalur
Sightseeing & Aktivitäten: Ásbyrgi, Dettifoss
Übernachtung: Árdalur Farmhouse

Tag 10: Árdalur - Sæberg
Sightseeing & Aktivitäten: Landschaft entlang der Ringstraße 1
Übernachtung: Sæberg Hostel

Tag 11: Sæberg - Reykjavík
Sightseeing & Aktivitäten: Landschaft entlang der Ringstraße 1
Übernachtung: KEX Hostel

Fazit
Insgesamt ist Island ein absolutes Muss für Naturliebhaber und Fotografen. Im Grunde ist die komplette Insel sehenswert und es gibt so viel zu entdecken, dass ein Urlaub gar nicht ausreicht. Die Landschaft ist abwechslungsreich und hat für jeden Geschmack etwas zu bieten. Ob normaler Roadtrip oder Wanderurlaub, in Island findet man noch unberührte Natur. Insbesondere im Sommer ist es sehr lange hell, sodass einem viel Zeit zum Reisen und Entdecken bleibt. Allerdings spielt das Wetter nicht immer so ganz mit und richtig warm wird es auch im Sommer nicht. Meine persönlichen Reisehighlights waren Þórsmörk, Landmannalaugar und Heimæy im Süden sowie Húsavík, der Goðafoss und der Dettifoss im Norden. Außerdem solltet ihr auch ein wenig Zeit für Reykjavík einplanen, da die Stadt wirklich toll ist!
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29. Februar 2016

Typisch Schwedisch: 5 Dinge, die das schwedische Leben ausmachen

Mittlerweile ist es bereits sechs Monate her, dass ich nach Stockholm gezogen bin. In der Zeit sind mir bereits viele Unterschiede zwischen Deutschland und Schweden aufgefallen, an denen ich euch natürlich teilhaben lassen möchte. Beim letzten Mal habe ich euch bereits von einigen typisch schwedischen Dingen berichtet und heute folgen die nächsten!

Sommer in Stockholm

1) Black is the new black
Die Schweden sind bekannt für ihre stylische Mode und ihr schlichtes Interior Design. Sich unter das schwedische Volk zu mischen, ist gar nicht so schwer, wenn man drei Regeln beachtet:
1. Halte dein Outfit schlicht!
2. Ein gutes Outfit ist schwarz - egal für welchen Anlass.
3. Sorge dafür, dass du trotzdem sportlich aussiehst (zum Beispiel durch schicke Sportschuhe).
Bereits im Fitnesstudio fällt auf, dass hier niemand in ollen Jogginghosen rumläuft, sondern die meisten auch beim Sport in engen Trainingshosen und Shirts eine gute Figur abgeben wollen. Ist man in der Stadt unterwegs und sieht sich um, fällt relativ schnell auf: Die Schweden lieben schwarze, schlichte Outfits. Vielleicht weil Schwarz einfach zu allem passt oder einen super Kontrast zu blondem Haar darstellt, aber bezüglich Farbe sind die Schweden eher zurückhaltend. Meine schwedischen Kommilitonen scherzen schon immer, dass sie heute wieder in "ihrer Uniform" unterwegs sind. Wer mich kennt, weiß, dass ich hier also ganz schön aus dem Raster falle. Ich mag Farben und ich mag Muster! Und daran wird sich auch so schnell nichts ändern, auch wenn ich Gefallen daran gefunden habe, an manchen Tagen ein schlichtes, schwarzes Outfit zu wählen ;)

2) Ein persönlicher Waschsalon
"Nein, sorry ich kann morgen Nachmittag nicht, da habe ich schon die Waschmaschine gebucht!", ist hier ein ganz normaler Grund, um ein Treffen zu verschieben. Die Mietshäuser und Wohnanlagen haben in der Regel einen separaten Waschraum mit mehreren Waschmaschinen und Trocknern. Da das bei so vielen Hausbewohner schnell zu Chaos führen könnte, gibt es ein Buchungssystem: eine Tafel, auf der man eine Waschmaschine an einem bestimmten Datum und für eine bestimmte Zeitspanne buchen kann. Und wenn man für Samstagnachmittag von 14:30 bis 17 Uhr die Waschmaschine gebucht hat, steht eben Wäsche an. Denn wenn man nicht rechtzeitig auftaucht, übernimmt jemand anderes die Waschmaschine und wer weiß, wann das nächste Mal eine frei wird! Irgendwie finde ich es auch ganz witzig, meine Wäsche in diesem großen Waschraum zu waschen, wo zur gleichen Zeit schwedische Hausfrauen ihre Wäsche falten. Fast wie in einem echten Waschsalon. Achja, und vergesst bloß nicht eure Wäsche in einer blauen IKEA-Tüte zum Waschraum zu tragen!

Köttbullar

3) Regale voller Knäckebrot
Das mit der Fika hatten wir ja bereits beim letzten Mal geklärt und zu jeder guten Fika gehören natürlich schwedische Köstlichkeiten wie Kanelbullar (Zimtschnecken), Semla (Gebäck mit Sahne und Marzipan), Kladdkaka (Schokoladenkuchen) oder Chokladbollar (Schokoladenkugeln) dazu. Die Schweden haben einigen ihrer liebsten Gebäcke sogar einen eigenen Ehrentag gewidmet: den Kanelbullens dag, den Semladag oder den Våffeldag. Weitere kulinarische Highlights aus Schweden sind den meisten von euch vermutlich von IKEA bekannt: Köttbullar (Fleischbällchen) mit Kartoffelbrei und Lingon (Preiselbeeren), Knäckebrot (das im Supermarkt ganze Regale füllt) oder Daim-Schokolade. Weniger mein Ding und etwas exotischer: Elchfleisch, Surströmning (fermentierter Hering, der extrem stinkt) oder Sill (eingelegter Hering). Fragt mich bitte nicht, wer freiwillig Fermentiertes isst, das habe ich mich schon damals in Island gefragt.

4) Zwei Matratzen sind besser als eine!
Eine weitere Besonderheit in Schweden ist ihre Vorliebe für die sogenannten Resårbottnar, Betten im schlichten Design, die quasi aus der Matratze (mit eingebautem Lattenrost) und den Füßen bestehen; sowas wie Bettrahmen, separates Lattenrost oder Kopfteil gibt es nicht. Lustigerweise besitzen solche Betten aber zwei Matratzen: die Bäddmaddrass und die Resårmaddrass. Zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, aber man fühlt sich immerhin ein bisschen wie die Prinzessin auf der Erbse.

Schwedisches Wohnhaus

5) Keine Klingeln, keine Namensschilder
Habt ihr euch schonmal vorgestellt, wie es wäre, einen Freund zu besuchen, vor dessen Haus anzukommen und vor der verschlossenen Tür weder Namensschilder noch Klingeln zu finden? Vermutlich nicht, denn das macht ja auch überhaupt keinen Sinn! In Schweden ist das aber leider Normalität. In den meisten Fällen findet man an der Haustür eines Wohnhauses bloß eine Tastatur über die man einen Tür-Code eingeben muss, um ins Treppenhaus zu kommen. Falls man es bis dahin geschafft hat, ist schonmal ein großer Schritt getan. Jetzt muss man nur noch die richtige Tür finden - und falls man Glück hat, gibt es dort sogar eine Klingel. Die sieht aus wie ein Knopf an der Tür und klingt ein bisschen wie ein kleines Glöckchen. Falls euch euer Freund aber vorher nicht den Tür-Code gegeben hat, steht ihr jetzt natürlich immer noch vor der Haustür. Und das ist manchmal ganz schön doof, wenn euer Freund zum Beispiel sein Handy nicht hört. Also schnell mal eine Nachricht schicken: "Ich bin vor deinem Haus. Lässt du mich rein?".
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30. Januar 2016

Der Kampf gegen den Winterblues: 8 Tipps gegen das Stimmungstief

Es ist kalt, es regnet und schneit und manchmal sieht man tagelang nicht die Sonne. Stattdessen bringt der Blick aus dem Fenster nasse Straßen, matschiges Laub und einen eisgrauen Himmel zum Vorschein. Wir alle kennen wohl diese tristen Winter, die einem total die Laune vermiesen. Doch neben schlechter Laune kann die kalte Jahreszeit bei einigen Menschen auch etwas tiefere Spuren hinterlassen. Jedes Jahr plagen sie sich von Neuem mit Müdigkeit, Kraftlosigkeit und Niedergeschlagenheit herum. Im umgangssprachlichen Sinne auch Winterblues genannt, kann einem der Winter aber manchmal so sehr aufs Gemüt schlagen, dass daraus eine Winterdepression entsteht. Der Grund dafür ist ein Ungleichgewicht unserer Hormone. Die verkürzten Tageslichtphasen sowie die verminderte Lichtintensität im Winter führen zum Lichtmangel.  Normalerweise wird tagsüber das Hormon Serotonin produziert, dass uns unter anderem wach hält. Sobald es dunkel wird, schüttet der Körper vermehrt Melatonin aus, welches das Einschlafen fördert. Wie ihr euch bereits denken könnt, wird es im Winter früher dunkel, es gibt demnach weniger Tageslichtstunden. Aus diesem Grund wird bereits tagsüber Melatonin produziert und wir werden dementsprechend müde und schlapp.

Tipps gegen den Winterblues

Ich kann nicht bestreiten, dass der Winter auch bei mir manchmal für Müdigkeit und schlechte Stimmung sorgt, aber ich bin normalerweise niemand, der an Winterdepressionen leidet. Denn zwischen einer Verstimmung und einer Depression liegen meilenweite Unterschiede. Wie ich also auf das Thema komme? Während die Leute in Deutschland bereits darüber klagen, dass es so früh dunkel wird, ist das mit dem Tageslicht in den nordischen Ländern nochmal ein ganz anderes Kaliber. Als ich mein Auslandssemester in Reykjavík gemacht habe, war es im Dezember nur vier Stunden am Tag hell und ich hatte kein großes Problem damit. Klar, irgendwie wird man dadurch schon müde und faul, hängt lieber mit einer Tasse Kakao im Bett herum und schaut sich Serien an. Aber ich könnte nicht behaupten, dass mich das Wetter deprimiert hätte.

Hier in Stockholm hatten wir im Dezember etwa sechs Stunden Tageslicht, die Sonne ging um etwa 9 Uhr auf und gegen 15 Uhr war es dann wieder relativ dunkel. Ein Freund aus der Schweiz fragte mich letztens ganz verständnislos, ob das denn so ein großer Unterschied zu Deutschland sei und ob das mit dem Licht wirklich so schlimm sei. JA, ist es! Ich weiß selbst nicht wieso, vielleicht weil ich diesmal wusste, dass ich nach Weihnachten wieder zurück hierher komme, aber der Winter hat mich dann doch ziemlich erwischt und ich habe die Auswirkungen des Lichtmangels schon deutlich gespürt.

Allerdings habe ich mein Bestes getan, um dem Stimmungstief entgegenzuwirken. Da der ein oder andere von euch vielleicht auch so seine Probleme mit der kalten Jahreszeit hat, habe ich hier meine 8 hilfreichsten Tipps für euch zusammengestellt, um dem Winterblues den Kampf anzusagen!

Winter auf Skeppsholmen, Stockholm

1) Spaziergänge im Tageslicht
Draußen ist es kalt und das Bett ist so gemütlich warm. Ja, der Schweinehund ist im Winter nicht so leicht zu überwinden. Und doch, Rausgehen an die frische Luft, um Sonne oder zumindest Tageslicht zu tanken, ist die vermutlich beste Methode, um dem Lichtmangel entgegenzuwirken. Wenn möglich also jeden Tag zumindest für einen kurzen Winterspaziergang rausgehen und ein bisschen frische Luft schnappen. Besonders viel Spaß macht das natürlich, wenn draußen Schnee liegt. Aber mir hilft es meistens schon meine Kamera mitzunehmen und draußen fotografieren zu gehen. Die Bewegung tut zusätzlich gut und meist fühlt man sich danach viel besser und vor allem wacher als vorher!

2) Sportliche Aktivitäten
Das Bewegung und Sport für ein besseres Wohlbefinden sorgen, sollte wohl kein Geheimnis mehr sein. Aber vor allem in der dunklen Jahreszeit kann ein wenig körperliche Betätigung Wunder wirken. Ob ihr nun Zuhause Yoga macht, im Fitnessstudio trainiert oder draußen joggen geht - Sport macht glücklich! Also rafft euch ein paar Mal pro Woche auf und tut eurem Körper und eurer Psyche etwas Gutes.

Sport gegen den Winterblues
 
3) Zeit mit Freunden verbringen
Vor allem im Winter, wenn man schlapp und antriebslos wird, sollte man sich regelmäßig dazu zwingen, trotzdem vor die Tür zu gehen. Und wie könnte man diese Zeit besser verbringen als mit Freunden. Gesellige Treffen im Café, gemeinsame Spaziergänge an der frischen Luft oder Kochabende hellen meine Stimmung auf jeden Fall immer auf.

4) Die Wohnungseinrichtung verändern
Unser Umfeld beeinflusst unsere Stimmung und vor allem unser Zuhause ist der Ort an dem wir uns abends und am Wochenende Ruhe gönnen können. Bereits mit kleinen Veränderungen kann man in seiner Wohnung positive Anreize schaffen, die sich positiv auf die Laune auswirken. Wer schreibt einem schließlich vor, dass die komplette Deko "Winter" schreien muss? Farbenfrohe Bettwäsche, bunte Deko und frische Blumen bringen etwas Sonnenschein in die grauen Tage. Und auch Duftkerzen oder -öle können unser Wohlbefinden steigern.

Duftkerzen gegen den Winterblues
 
5) Sich Entspannung gönnen
Wenn es draußen bereits dunkel wird, sollte man trotzdem versuchen, sich die Zeit so angenehm wie möglich zu gestalten. Gönnt euch regelmäßig ein wenig Entspannung! Geht in die Sauna oder zur Massage oder nehmt Zuhause ein Bad. Vor allem wenn man völlig durchgefroren von draußen rein kommt, bringt das den Kreislauf schnell wieder in Schwung.

6) Künstliches Tageslicht tanken
Manchmal braucht man einfach Licht und da hilft es auch nicht, die Festtagsbeleuchtung in der Wohnung einzuschalten. In diesem Fall kann es helfen, sich mit künstlichem Tageslicht zu bestrahlen. Das kann man entweder beim Arzt mittels Lichttherapie tun oder indem man sich eine Tageslichtlampe zulegt. Der Besuch im Solarium bringt in diesem Fall nichts, da zum Stoppen der Melatoninausschüttung nur die optische Strahlung zählt, die wir über unsere Netzhaut aufnehmen. Gute Tageslichtlampen sollten eine Lichtstärke von etwa 10.000 Lux haben und man bekommt sie mittlerweile schon ab Preisen von etwa 50 Euro. Aufgrund der vielen dunklen Stunden in Stockholm, habe ich selbst das Experiment gewagt und mir eine solche Lampe zugelegt. Diese steht auf meinem Schreibtisch und mir tut es auf jeden Fall gut, sie einzuschalten während ich nebenher anderes erledige.

Tageslichtlampe gegen den Winterblues

7) Präperate gegen das Stimmungstief
Manchmal hilft alles nichts und es kann Sinn machen, sich durch entsprechende Präperate ein wenig Unterstützung zu holen. Gegen depressive Verstimmungen hilft zum Beispiel die Heilpflanze Johanniskraut, da sie sowohl die Stimmung aufhellt als auch die Lichtempfindlichkeit unserer Haut erhöht. Aber Vorsicht, trotz dass es sich um einen pflanzlichen Wirkstoff handelt, kann Johanniskraut die Wirkung anderer Medikamente einschränken, also vorher besser mit dem Arzt sprechen. Manchmal kann der Winter und das fehlende Licht auf unserer Haut auch zu einem Vitamin D-Mangel führen. Es kann also helfen, das beim Arzt überprüfen zu lassen, denn zu wenig Vitamin D kann ebenfalls für schlechte Stimmung sorgen. So ein Mangel lässt sich dann ganz leicht durch die Einnahme von Vitamin D-Tabletten wieder ausgleichen.

8) Zeit für sich selbst nehmen
Im Winter hat man oft weniger Lust vor die Tür zu gehen als im Sommer. Aber sich Zuhause etwas Ruhe zu gönnen und sich Zeit für sich selbst zu nehmen, muss nichts Schlechtes sein. Vor allem durch den täglichen Stress fühlen wir uns häufig erschöpft. Ich nehme mir deshalb bewusst Zeit für mich selbst, um meine Energiereserven wieder aufzufüllen. Erlaubt ist alles, was euch Spaß macht und wobei ihr entspannen könnt. Ich genieße besonders einen gemütlichen Abend auf dem Sofa oder im Bett mit einer Tasse Tee, einem guten Film oder einer Serie und - Schokolade. Okay, die ist in den meisten Fällen im Übermaß nicht gut für die Figur, aber siehe Punkt 2 ;)


Noch ein Hinweis zum Schluss, was ihr unbedingt vermeiden solltet, zu tun, da das die Symptomatik noch verstärkt. Kommt nicht aus eurer Routine heraus, ein strukturierter Alltag ist wichtig! Legt euch nicht tagsüber ins Bett auch wenn ihr müde seid, denn das bringt euch noch mehr aus dem Rhythmus. Und vor allem verzichtet auf den übermäßigen Verzehr von Alkohol. Der hebt zwar für den Moment die Stimmung, doch insgesamt geht es einem dadurch schlechter :)

Und was sind eure Tipps gegen den Winterblues?
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21. Januar 2016

Island Roadtrip - Teil 7: Islands Norden - Húsavík, Ásbyrgi und Dettifoss (Tag 8-11)

Der achte und neunte Tag unseres Island Roadtrips führen uns durch malerische Landschaften und Fischerdörfer bis hin zu einem gewaltigen Wasserfall. Neben der Möglichkeit die Ruhe in der Natur zu genießen, lernen wir außerdem die isländische Mentalität und Gastfreundschaft besser kennen bevor es am zehnten und elften Tag zurück Richtung Reykjavík geht.

Blick auf den Hof Laufás

Highlights von Islands Norden: Mächtige Wasserfälle, rauchende Vulkangebiete und verträumte Küstendörfer

Laufás
Über uns erstreckt sich ein perfekter blauer Himmel, saftig grüne Wiesen ziehen am Fenster vorbei und in der Ferne erstrecken sich die schneebedeckten Berge. Schöner kann ein Tag in Island wohl kaum sein - zumindest wettertechnisch. Von Akureyri aus fahren wir zum Küstendorf Húsavík, doch auf dem Weg dorthin möchten wir einen kurzen Zwischenstopp in Laufás einlegen, einem Museum am Ostufer des Eyjafjörðurs. Es handelt sich dabei um einen alten Hof, der Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut wurde. Die besondere Architektur der kleinen Häuschen ist hübsch anzusehen und vermittelt einen Eindruck davon, wie das Leben in Island früher zum Teil ausgesehen hat.

Blick auf den Hof Laufás

Húsavík
Zur Mittagszeit erreichen wir schließlich Húsavík. Das malerische Fischerdorf liegt direkt am Meer und bieten einen tollen Ausblick auf die schneebdeckten Berge im Hintergrund. Trotz des Fischgeruchs, der in der Luft liegt, verliebe ich mich sofort ein bisschen in den süßen Ort. Von hier aus starten unter anderem auch Bootstouren hinaus aufs Meer, wo man Wale beobachten kann. Wir entschließen uns aber stattdessen dafür, ein wenig durch die Straßen zu schlendern und gönnen uns danach ein Mittagessen unten am Hafen. Húsavík ist nicht sonderlich groß und hat daher ansonsten nicht viel mehr zu bieten. Ein Besuch lohnt sich aber alleine schon, wegen der wunderschönen Lage.

Gegen Nachmittag machen wir uns auf den Weg zu unserer heutigen Unterkunft: einem isländischen Farmer, der Zimmer in seinem Haus vermietet, sozusagen ein Bed & Breakfast nur etwas persönlicher. Doch trotz der angebenen Adresse (oder besser gesagt der Koordinaten, da es nur vereinzelte Bauernhöfe gibt, die im Land verteilt liegen) stellt es sich als ziemlich knifflig heraus, die Farm zu finden. Zum Glück ist das Wetter gut und die Landschaft schön, denn mal wieder kurven wir etwas verlorenn durch die Gegend bis wir schließlich etwas verzweifelt am kleinen Ort Kópasker ankommen (selbst für isländische Verhältnisse am A**** der Welt) und beschließen, dort nach dem Weg zu fragen. Wir betreten also eine Tankstelle und wenden uns an den älteren, bärtigen Herren hinter der Theke. Etwas verlegen, fragen wir nach dem Weg. Mit unverändertem Gesichtsausdruck und monotoner Stimme erklärt er uns, dass wir bereits eine halbe Stunde zu weit gefahren seien und den ganzen Weg wieder zurück müssten. Toll... und so viel zum Thema wortkarge und verschlossene Isländer. Als wir schließlich den Bauernhof finden, ist unser Gastgeber gerade unterwegs. Er hat uns einen Zettel an der Tür hinterlassen, dass wir einfach reingehen und uns wie Zuhause fühlen sollen. Die Tür ist natürlich nicht verschlossen - Island eben. Drinnen hängen persönliche Familienfotos und wir fühlen uns richtig unwohl dabei einfach seine Küche zu benutzen. Immerhin könnte man hier auch die ganze Bude leerräumen und sich dann aus dem Staub machen, schon beeindruckend dieses isländische Vertrauen in das Gute im Menschen!

Hafen von Húsavík
Weiden bei Húsavík

Ásbyrgi
Am nächsten Tag machen wir uns nach dem Mittagessen auf den Weg nach Ásbyrgi. Dabei handelt es sich um eine große, hufeisenförmige Schlucht, die ihre Form laut der nordischen Mythologie erhalten hat, als Odins Pferd Sleipnir seinen Hufabdruck hinterlassen hat. Als wir in Ásbyrgi ankommen, folgen wir zunächst der gewundenen Straße durch das Wäldchen, das die Schlucht fast vollständig ausfüllt. Vom Parkplatz aus wandern wir dann einen kleinen Weg entlang, denn angeblich hat man vom Felsen am Ende der Schlucht einen super Ausblick. Schließlich erreichen wir einen kleinen See auf dem sich einige Enten tummeln. Hier kann man toll in der Natur entspannen, aber einen Weg hinauf zum Felsen können wir nicht entdecken. Jaaaa toll, das soll es jetzt gewesen sein? Ein Wald, ein Ententeich und direkt vor uns ragt eine steile Felswand empor. Ich bin alles andere als begeistert, ich lasse mich sogar dazu herab, zu sagen, dass das der langweiligste Ort ist, den ich in Island gesehen habe. Zurück am Parkplatz finden wir schließlich heraus, dass der Wanderweg hinauf zum Felsen nicht durch die Schlucht führt, sondern bereits viel früher am Rand beginnt und entlang der Schlucht bis zu ihrem Ende führt. Dauert auch nur so 5 Stunden, wofür es jetzt leider schon zu spät ist. Aber gut, Ásbyrgi und ich werden ohnehin keine Freunde mehr.  

Schlucht Ásbyrgi

Dettifoss
Wir fahren also weiter zu einem selbst für Island besonderen Wasserfall, dem Dettifoss. Die Straße dorthin ist alles andere als ein Traum: steinig, holprig und unasphaltiert. Als wir endlich auf dem Parkplatz ankommen, sind wir besser durchgeschüttelt als James Bonds Martini. Wir folgen einem Trampelpfad zwischen Felsen und Geröll hindurch. Nach einiger Zeit hören wir bereits die donnerden Wassermassen und feinster Sprühnebel weht uns entgegen. Je nachdem wo man steht und wie der Wind weht, ist eine Regenjacke hier ein Muss. Als der Dettifoss endlich in Sicht kommt, bin ich überwältigt. Aggressiv stürzen sich die aufgewühlten, dreckigen Wassermassen hinab in die Schlucht. Ein faszinierender Anblick, den man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte! Abends fahren wir zurück zum isländischen Farmhaus, um eine letzte Nacht dort zu verbringen. Beim Kochen entdecke ich unter anderem ein Foto unseres Gastgebers, auf dem er einen erschossenen Schneefuchs hochhält. An diesem Abend fühle ich mich nicht mehr besonders wohl als ich abends ins Bett gehe und bin froh, dass die Reise am nächsten Tag weitergeht.

Blick auf den Dettifoss in Island
Blick auf den Dettifoss in Island
Blick auf den Dettifoss in Island

Sæberg
Als wir morgens aufbrechen, wird mir das Herz ein wenig schwer. Heute ist der letzte, richtige Tag unseres Roadtrips, denn schon übermorgen fahren wir zurück nach Reykjavík. Wir folgen der Ringstraße 1 erneut am schönen Aykureyri vorbei, entlang von Fjorden bis in den Westen Islands. Unsere heutige Unterkunft ist das Sæberg Hostel, welches wir am frühen Abend erreichen. Das Hostel liegt direkt an einem idyllischen Fjord und besitzt einen Whirlpool direkt am Ufer. Entspannt lassen wir unseren letzten Abend ausklingen und bereiten uns auf unsere Abreise am nächsten Tag vor.

Reykjavík
An unserem elften Tag sind wir bereits früh auf den Beinen und machen uns auf den Weg zurück zu Islands Hauptstadt. Die Fahrt verläuft unproblematisch und wir genießen ein letztes Mal den Ausblick auf Islands atemberaubende Landschaft. Gegen Mittag kommen die bunten Häuser Reykjavíks in Sicht und wir folgen der Autobahn hinein in die Stadt. Nachdem wir unser Auto geparkt haben, wagen wir unsere ersten Schritte durch die Stadt, in der ich von nun an mein Auslandssemester verbringen werde (Merke: Dieser Roadtrip fand 2012 statt!). Schnell bin ich begeistert von den entspannten Menschen und den farbenfrohen Gebäuden. Wir gönnen uns noch einen Burger zum Mittag, dann mache ich mich auf den Weg zu meinem Hostel während mein Reisepartner die Heimreise antritt.

Reykjavík
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22. Dezember 2015

Zurück in meiner Komfortzone: Vier Monate Stockholm

Fast jeder hat sicherlich schonmal eine dieser Grafiken gesehen, die im Internet kursieren: "Life begins at the end of your comfort zone". Und da scheint etwas dran zu sein! Mittlerweile bin ich seit vier Monaten in Stockholm und habe mir dort mein Leben aufgebaut. Doch ich weiß noch ganz genau, wie schwer mir die Entscheidung gefallen ist, ob ich den Studienplatz in Stockholm annehmen soll oder nicht. Und fragt mich bitte erst gar nicht, wie ich mich am 23. August gefühlt habe als ich am Flughafen Köln/Bonn ins Flugzeug steigen sollte. Ich war so nervös, wie vermutlich noch nie in meinem Leben. Am liebsten hätte ich die ganze Aktion abgeblasen und wäre gemütlich zurück nach Hause gefahren! Zwei Jahre in einem anderen Land leben und studieren, in dem ich noch nie war und dessen Sprache ich nicht mal richtig spreche? Wann bin ich denn auf diese Schnapsidee gekommen?!

Wie ihr sehen könnt, habe ich es dann aber doch durchgezogen. Gut, die Schnapsidee hat sich im Nachhinein dann auch eher als riesige Chance und geniale Erfahrung herausgestellt. Aber den ersten Schritt erstmal zu tun, kostet einen manchmal große Überwindung. Und auch jetzt bekomme ich oft von anderen Dinge wie "Voll mutig von dir! Ich würde mich sowas niemals trauen." oder "Du machst mich richtig neidisch, ich wünschte ich könnte sowas auch machen!" zu hören. Wenn ich dann daran denke, wie ich vorher selbst an mir gezweifelt habe, macht es mich schon etwas stolz, was ich erreicht habe.


Vier Monate in Stockholm: Ein erstes Fazit

Ich bereue es nicht im Geringsten, nach Schweden gezogen zu sein. Mein Studiengang gefällt mir richtig gut, meine Kommilitonen sind cool, die Stadt ist super, meine WG ist wirklich schön und ich habe tolle Leute kennengelernt. Bereits jetzt habe ich so viel erreicht, erlebt und über mich selbst gelernt. Ich fühle mich mittlerweile in Stockholm Zuhause.

Doch so toll das jetzt alles klingt: Einfach war es nicht. Weder den ersten Schritt zu wagen und nach Stockholm zu ziehen, noch die Zeit der Einfindung. Ich fand mich plötzlich in einem völlig fremden Land wieder und auch wenn sich Deutschland und Schweden nicht dramatisch unterscheiden, so ist es doch eine unbekannte Stadt und eine fremde Kultur. Es braucht Zeit, bis man die Menschen versteht, man findet sich erst nach und nach in der Stadt zurecht und der Weg zur Uni wird langsam zur Routine. Man wird sozusagen ins kalte Wasser geschmissen (beziehungsweise beschließt, selbst hineinzuspringen), man lässt sein gewohntes Umfeld zurück. Plötzlich ist man ein Ausländer, fremd im Land und muss sich an die ganzen Veränderungen bestmöglich anpassen.

Um sich in einer neuen Umgebung sicher zu fühlen, braucht man ein schönes Zuhause. Und das, hatte ich leider nicht. Auf den ersten Blick hatte ich es eigentlich ganz gut getroffen: Zimmer direkt im Zentrum, super Lage, wunderschöner Altbau, guter Preis. Der Haken: Unverschämte, respektlose, unsensible, psychopathische, 59-jährige Esoterik-Mitbewohnerin, die zeitgleich die Vermieterin war. Lasst euch sagen, es ist kein schönes Gefühl mit jemanden zusammenzuwohnen, der permanent versucht, euch ein schlechtes Gefühl zu geben, um ohne Rücksicht auf Verluste, seine eigenen Ziele zu verfolgen. Jemanden, der euch als schlechte Person hinstellt oder euch die Schuld für Dinge in die Schuhe schieben möchte, von denen ihr nicht mal etwas wusstet. Falls ihr euch schonmal mit dem Thema Psychopathie beschäftigt habt, werdet ihr vielleicht wissen, dass Diskussionen das Problem nicht lösen. Für einige Tage oder Wochen mag das in Ordnung sein. Aber irgendwann kam der Punkt, wo es mir einfach zu viel wurde. Ich konnte nicht mehr richtig schlafen und hatte abends keine Lust mehr nach Hause zu gehen. Gleichzeitig der Stress an der Uni und mit meinem Nebenjob. Und dann kamen irgendwann der Winter und die Dunkelheit. Zum Glück habe ich nach drei Monaten Suche endlich ein Zimmer in einer richtigen WG mit netten, gleichaltrigen Mitbewohnern gefunden, wo ich mich Zuhause fühlen kann.

Doch die letzten vier Monate waren trotzdem extrem kräftezehrend. Seit Donnerstag bin ich zurück in Deutschland und bleibe hier bis das neue Semester im Januar anfängt. Ich bin zurück in meiner Komfortzone. Stockholm war absolut großartig und doch bin ich gerade so froh wie noch nie, wieder Zuhause zu sein. Die letzten Nächte waren die ersten, die ich seit Wochen wieder durchgeschlafen habe. Und ich genieße es einfach, dass ich weiß und verstehe, wie die Menschen um mich herum ticken. Dass es erst um 17 Uhr dunkel wird, statt um 15 Uhr. Dass ich allein in der Wohnung sein kann, ohne mir um psychopathische Hippie-Omas Gedanken zu machen. Ich kann endlich mal durchatmen und neue Energie tanken. Gerade liebe ich meine Komfortzone.


Was ist die "Komfortzone"? 

Unsere Komfortzone ist unsere Wohlfühlzone. Ein Ort oder der Teil von unserem Leben, in dem wir uns entspannt und sicher fühlen. Das heißt unser alltägliches Leben mit seinen vertrauten Gewohnheiten, Ritualen und Routinen. In unserer Komfortzone haben wir es bequem und wir arrangieren uns mit ihren Umständen (selbst, wenn wir vielleicht gar nicht damit glücklich sind).

Doch manchmal kommen wir an einen Punkt in unserem Leben an, wo wir vor einer Herausforderung stehen. Diese Grenze zu überschreiten, macht uns Angst, es lässt uns zweifeln und unsicher werden. Es kostet uns Überwindung und Anstrengung - es ist definitiv nicht mehr bequem. An diesem Punkt verlassen wir unsere Komfortzone und betreten die Lernzone. Gehen wir noch einen Schritt weiter und die Unbequemlichkeit wird unerträglich, haben wir bereits die Panikzone erreicht.

Aus Bequemlichkeit bleiben viele Menschen möglichst innerhalb ihrer Komfortzone. Die Angst vor dem Unbekannten ist tief in uns verwurzelt, doch unsere Komfortzone ist zur selben Zeit auch wie ein Käfig aus unseren Gewohnheiten, der uns in unserem Leben beschränkt. Doch das Überschreiten unserer Grenzen und das Verlassen unserer Komfortzone sollte ein Bestandteil unseres Lebens sein. Deine Komfortzone ist sozusagen dein Ausgangspunkt, dein sicherer Ort an dem du nicht bleiben solltest, sondern zu dem du immer wieder zurückkehren kannst - nach jedem anstrengenden Abenteuer, das du draußen in der Wildnis des Lebens erlebt hast. 

Warum sollte man seine Komfortzone verlassen?

Die Überwindung, seine Komfortzone zu verlassen, kann manchmal ganz schön groß sein. Doch so angsteinflößend diese Herausforderung zunächst erscheinen mag, umso schöner ist dafür das, was wir dafür bekommen:
  • persönliche Weiterentwicklung
  • Ängste überwinden lernen
  • Selbstverwirklichung 
  • neue Dinge lernen
  • sich selbst besser kennenlernen
  • seinen Horizont erweitern und Neues entdecken
  • stolz auf das sein, was man erreicht hat
  • Ziele erreichen und Träume verwirklichen
  • zufriedener mit sich sein
Wann sollte man in seine Komfortzone zurückkehren? 

Ich bin ganz ehrlich: Ich bin manchmal ein ganz schöner Angsthase. Und doch zwinge ich mich immer wieder dazu, meine Grenzen mal zu überschreiten. Weil ich weiß, dass es mir gut tut und ich an der Herausforderung wachse. Doch ebenso, sollte man einsehen, wann man beginnt, in die Panikzone überzutreten. Und das war bei mir während der letzten Wochen in Stockholm einfach der Fall. Zu viel Stress, zu viel Arbeit, zu viel Psychoterror, zu wenig Ruhe, zu wenig Licht und zu wenig Zeit für mich. Die Lernzone war voll ausgereizt, meine Energie aufgebraucht und ich war völlig überfordert. Manchmal wird es einfach Zeit, in die Komfortzone zurückzukehren, um sich wieder sicher zu fühlen und seine Batterien aufzuladen. Brecht aus eurer Komfortzone aus, aber Schritt für Schritt. Überfordert euch nicht, hört auf euren Körper! Und so geht es für mich dann im Januar hoffentlich auch wieder voller neuer Energie zurück nach Stockholm. Ich halte euch auf dem Laufenden :)
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10. Dezember 2015

Typisch Schwedisch: 5 Dinge, die meinen Alltag verändert haben

Lange habe ich nichts mehr von mir hören lassen. Aber ich wurde einfach von zu viel Swedishness überrumpelt! Der Umzug in ein neues Land bringt einfach immer so viele neue Erfahrungen und Herausforderungen mit sich, dass es erstmal dauert bis so langsam der Alltag wieder einkehrt. Jetzt lebe ich schon seit dreieinhalb Monaten hier und mir sind bereits die ersten Unterschiede zu Deutschland aufgefallen. Und da diese Zeit, in der man die Unterschiede erst noch entdeckt und deutlich wahrnimmt, eine der spannendsten ist, möchte ich euch natürlich daran teilhaben lassen. Es wird Zeit für eine Ladung Schweden!

Rotes Holzhaus in Schweden

1) Pünktlich sein
Man könnte meinen, dass die Schweden sich gar nicht so sehr von uns unterscheiden. Denn eine ihrer größten Tugenden ist definitiv die Pünktlichkeit. Doch während an meiner Uni in Deutschland die Kurse alle erst um 'viertel nach' angefangen haben und auch danach immernoch munter weitere Studenten im Vorlesungssaal aufschlugen, so weht an der Uni Stockholm ein anderer Wind. Mittlerweile überrascht es mich schon gar nicht mehr, wenn ich völlig abgehetzt um 09:57 ankomme und mein Kurs trotzdem schon angefangen hat - inklusive fast aller Teilnehmer. Für notorische Zuspätkommer wie mich ein absolutes Desaster! Immerhin ist es schon etwas peinlich, wenn man jedes Mal gefühlt als Letzter auftaucht (da alle anderen natürlich schon um 09:45 da waren) und die Vorlesung um 10:05 schon in vollem Gange ist. Als einzige Konsequenz, um den Ruf der Deutschen zu wahren, bleibt mir also nichts anderes übrig, als mich ein wenig früher auf den Weg zu machen. Für schwedische Verhältnisse bin ich wohl immernoch zu spät, aber zumindest weniger zu spät als sonst. Vielleicht färbt die Pünktlichkeit mit der Zeit ja noch auf mich ab...

2) Nach der Sommerfigur ist vor der Sommerfigur!
Wenn ich aus dem Fenster blicke, sehe ich sie jeden Tag vorbeilaufen, an der Kasse im Supermarkt stehen sie mit ihrem Fitnessdrink hinter mir an und in der U-Bahn schlängeln sie sich mit ihren Sporttaschen an mir vorbei: Jogger, Skater, Faharradfahrer oder was auch immer. Hauptsache Sport! Die Motivation in Person? - Die Schweden. Egal ob Regen, Kälte oder Dunkelheit, nichts scheint dieses Volk, von ihrer täglichen Portion Sport abzuhalten. Während ich es mir bei schlechtem Wetter drinnen mit einer Tasse Tee gemütlich mache oder sonntags in Ruhe zum Supermarkt spaziere, joggen übermotivierte Schweden in hautengen Leggings und bunten Laufschuhen an mir vorbei durch das nasse Laub. Selbst die Mittagspause ist den Schweden nicht heilig. Warum essen und entspannen, wenn man stattdessen das Fitnessstudio stürmen kann, um ein kurzes Power-Workout einzulegen? Die Motivation ist tatsächlich etwas ansteckend - auch wenn ich niemals meine Mittagspause opfern würde. Aber kann man es den Schweden verübeln, wenn es ohnehin ständig dunkel ist?

T-bana U-Bahn Station in Stockholm, Schweden

3) Ich kann dich nicht sehen, ich höre gerade Musik.
Vorsicht, Smartphone-Junkie im Anmarsch! Eine der liebsten Beschäftigungen der Schweden ist es, auf ihr Smartphone zu starren. Mach dich also darauf gefasst, ihnen auf der Straße auszuweichen, wenn sie dir ohne aufzuschauen, entgegenkommen. Und versuch gar nicht erst, in der U-Bahn mit irgendjemandem ein Gespräch anzufangen. Wenn die Schweden gerade nicht auf ihrem Smartphone herumtippen, hören sie entweder Musik über ihre großen, bunten Urbanears-Kopfhörer oder quasseln über ihr Headset irgendjemanden voll. Langsam mutiere ich selbst schon zu einem Kopfhörer-Smartphone-Zombie. Wie gut, dass ich (noch) kein Headset besitze.

4) Vill du fika?
Zeit für eine Kaffeepause! Und dabei trinke ich nicht mal Kaffee. Doch für Kaffeliebhaber ist Schweden ein wahres Paradies, denn hier ist die sogenannte "Fika" quasi ein Grundrecht. Die Vorlesung ist gerade mal eine halbe Stunde in Gange und unser Dozent fragt, wie es für uns läuft und ob wir bald eine Pause brauchen. Kurze Zeit später gibt es also eine 20-minütige Fika, in der die Schweden losstürmen, um sich Kaffee zu kaufen. Die Fika gehört hier zum Alltag genauso dazu, wie für uns die Mittagspause. Und sie ist viel mehr als eine reine Pause, denn wer nicht zusammen mit den anderen Unmengen Kaffe oder Tee in sich hineinkippt und dabei Zimtschnecken verdrückt, der wird schnell als "unsozial" abgestempelt. Aber ganz ehrlich: Gibt es einen besseren Weg, um seine Kommilitonen oder Arbeitskollegen kennenzulernen als bei einer kleinen Kaffepause?

Skogskyrkogården bei Sonnenuntergang

5) Du-weißt-schon-was... ähh Winter.
Ich möchte gar nicht darüber nachdenken, wie lange die vierte Jahreszeit noch anhält. Ein Blick aus dem Fenster, offenbart einen tristen, weißen Himmel und ab 15 Uhr wird es auch schon wieder dunkel. Die Straßen sind bedeckt mit matschigem Laub oder Schnee, ein eisiger Wind pfeift durch die Straßen. Der Winter scheint das Gesprächsthema Nr. 1 zu sein, Klagen über den fehlenden Sonnenschein und die Müdigkeit stimmen einen bereits auf die schlimmste Winterdepression seines Lebens ein. Der Markt für Vitamin D-Tabletten, Tageslichtlampen, wollene Unterwäsche und Fitnessstudio-Mitgliedschaften boomt und am liebsten möchte man sich einfach bis März in seinem Bett verkriechen und den ganzen Abend lang Tee trinken und Serien schauen. Also nehmt euch in Acht, winter is coming...
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11. September 2015

Ich ziehe nach Schweden!

Ja, richtig gelesen! Genauer gesagt nach Stockholm, wo ich nun schon seit dem 23. August wohne. Dieses Mal hat es mich allerdings nicht nur für ein Auslandssemester hierher verschlagen, sondern ich werde meinen kompletten Master in Schweden machen und somit zwei Jahre im Land der Elche verbringen. Ihr könnt euch vermutlich vorstellen, dass dieser Plan ziemlich viel Organisation und Erledigungen nach sich gezogen hat und das ist auch einer der Gründe, warum ich in den letzten Monaten so wenig Zeit für meinen Blog hatte. Es mussten Verträge gekündigt, Adressen geändert, Behördengänge gemacht und mein Umzug organisiert werden. Und da ich nebenher noch Vollzeit gearbeitet habe, blieb da nicht viel Zeit für Privates übrig. Und natürlich auch jetzt während meiner Anfangszeit hier, werde ich vermutlich gut damit beschäftigt sein, mich einzuleben und meine neue Heimat zu erkundigen. Aber ich hoffe, dass ich bald wieder mehr Zeit fürs Bloggen finden werde. Denn neben vielen Berichten zu Schweden und Stockholm, stehen natürlich immer noch einige zu Island, den Niederlanden und der Schweiz aus!

Stockholm bei Sonnenuntergang

Bisher verbringe ich zumindest den Großteil meiner Zeit damit, Stockholm zu erkunden und alle möglichen Dinge zu organisieren. Das Wetter ist momentan perfekt mit blauem Himmel und Sonnenschein. Zudem habe ich das Glück, in einem Zimmer direkt im Stadtzentrum zu wohnen. Und zwar in einem richtig tollen Altbau mit Stuck an den Decken. Wenn ich nicht gerade Bücher lese oder Essays schreibe (Ja, die Uni geht hier direkt von 0 auf 100 los!) dann entdecke ich wunderschöne Straßen voller Altbauten, pompöse Kirchen, idyllische Parks, schlendere über Flohmärkte oder treffe mich mit Freunden. Kurz: Ich genieße gerade das Leben in vollen Zügen.

Und warum Stockholm? Ganz einfach: Ich bin zwar vorher noch nie in Schweden gewesen, aber habe vor über einem Jahr mal etwas Schwedisch an der Uni gelernt, weil ich die Sprache so lustig finde. Eigentlich war es eine recht spontane Entscheidung von mir, denn ich habe mich im Januar recht kurzfristig noch beworben und ganz ehrlich nicht damit gerechnet, einen Studienplatz zu bekommen. Doch Ende März flatterte dann tatsächlich eine Zusage in mein Postfach! Von 70 Bewerbern habe ich einen der 14 Plätze für "Cinema Studies" ergattert können und bin wirklich gespannt wie es wird!

Ich hoffe ihr begleitet mich während dieser Zeit weiterhin und ich kann vielleicht ein wenig eure Neugier gegenüber Schweden wecken. Habt ihr irgendwelche bestimmten Fragen an mich, was mein Studium hier betrifft? Dann hinterlasst mir wie immer einen Kommentar mit euren Anregungen oder Fragen :)
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30. Juli 2015

Warum es hier so still geworden ist

Dem ein oder anderen wird es vielleicht aufgefallen sein: Es ist ziemlich ruhig auf diesem Blog geworden. Während es normalerweise um die zehn Artikel im Monat zu lesen gab, sind es bereits im letzten Jahr um einiges weniger geworden und dieses Jahr hat die Veröffentlichungsfrequenz dann wohl endgültig ihren Tiefpunkt erreicht. Dafür gibt es gute Gründe und die wollte ich heute kurz erklären, da es da draußen so viele Leser gibt, die mich in der Vergangenheit mit ihren Kommentaren erfreut haben.


Zu allererst: Nein, ich möchte das Bloggen nicht an den Nagel hängen! Aber diverse Umstände haben es mir in den letzten Monaten ziemlich schwer gemacht, regelmäßig Artikel zu schreiben. Im letzten Herbst habe ich mein Bachelorstudium beendet und seitdem arbeite ich, um die Zeit bis zum Beginn meines Masterstudiums dieses Jahr zu überbrücken. Da bleibt unter der Woche einfach weniger Freizeit, um sich mit dem Bloggen zu beschäftigen. Des Weiteren steht für mich bald eine große Veränderung an, die ziemlich viel Organisation und Aufwand mit sich bringt. Und all diese Dinge müssen natürlich erledigt werden und da kommt mein Blog in letzter Zeit einfach zu kurz, weil ich andere Prioritäten setzen muss. Bald kann ich euch hoffentlich mehr dazu verraten, aber ich kann schonmal sagen: es wird wirklich aufregend für mich! :) Leider war ich in den letzten Wochen auch ziemlich krank und deshalb öfters ausgeknockt. Doch ich hoffe, dass jetzt langsam alles in die richtigen Bahnen findet und ich in den nächsten Monaten auch wieder mehr Zeit zum Bloggen haben werde. Denn eins steht fest: Es macht mir noch immer Spaß und die Ideen gehen mir auch noch nicht aus - es war schlichtweg ein Zeitproblem.

In der Zukunft gibt es deshalb weiterhin Reiseberichte, denn es stehen unter anderem noch einige Artikel zu den Niederlanden und der Schweiz aus (diejenigen, die mir auf Instagram folgen, haben vielleicht mitbekommen, dass ich dort war). Und da es für mich bald wieder ins Ausland geht, wird es auch dazu wieder einiges zu lesen geben. Bis dahin: Drückt mir die Daumen, dass ich alles organisiert bekomme! ;)
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