30. März 2014

Unterwegs in Peking: Prinz Gongs Residenz und Pekings Hutongs

Ein neuer Tag in Peking bricht an und ich erwache zum üblichen modrigen Geruch des Hotelzimmers und den noch immer fremden Geräuschen draußen auf der Straße. Für den heutigen Tag sind mal wieder einige spannende Attraktionen geplant: Die Besichtigung des China Millennium Monuments, ein Besuch der Residenz und des Gartens von Prinz Gong, des Shichahai Sees sowie ein Abstecher zu einem Hutong in der Pekinger Altstadt.


Das China Millenium Monument (Zhōnghuá shìjì tán) bietet erstmals eine Abwechslung zu den ganzen traditionellen Tempeln und Palästen Pekings. Es wurde erst im Jahr 2000 errichtet und vereint daher moderne Architektur und traditionelle Kultur miteinander. Das China Millennium Monument ähnelt einer Sonnenuhr und bietet im Inneren außerdem einige Ausstellungen an.


Als nächstes fahren wir weiter zur Residenz von Prinz Gong (Gōng Wáng Fǔ), dem ehemaligen Wohnsitz des höchsten kaiserlichen Regierungsbeamten. Bei einem Besuch der kunstvollen und gut erhaltenen Residenz, die nördlich des Shichahai Sees liegt, fühlt man sich regelrecht in die Qing-Dynastie zurückversetzt. An die wunderschönen Gebäude schmiegt sich ein traditioneller chinesischer Garten mit vielen Pavillons, künstlichen Felsen, Hügeln und einem Teich. Nachdem wir die Anlage erkundet haben, spazieren wir noch ein wenig am Shichahai See vorbei.


Zu guter Letzt machen wir uns auf Erkundungstour durch einen Hutong in der Pekinger Altstadt. Der Besuch eines Hutongs sollte bei keinem Urlaub in Peking fehlen, da die Hutongs meiner Meinung nach einen tollen Eindruck der chinesischen Kultur vermitteln. Bei den Hutongs handelt es sich um eng bebaute Viertel durch die sich unzählige enge Gassen schlängeln. Zwischen den traditionellen Wohnhöfen (Siheyuan) und Gassen trifft man unter anderem auf Straßenhändler und Rikscha-Fahrer. Beim Schlendern durch die Gassen lassen wir uns einfach von der unverwechselbaren Atmosphäre mitreißen.

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23. März 2014

Die Planung eines Roadtrips

Was gibt es Schöneres als den Moment, wenn man endlich ausländischen Boden betritt und der Urlaub und damit das Abenteuer beginnt? Richtig: Vermutlich bloß die Vorfreude auf den Urlaub. Den ersten Roadtrip meines Lebens machte ich 2012 und zwar durch Island. Damals hatte ich die Zusage für mein Auslandssemester in Reykjavík bekommen und wir beschlossen vor Beginn meines Sprachkurses das Land zu erkunden. Auch letztes Jahr stand für mich wieder ein Roadtrip an - und zwar durch Schottland. Mittlerweile kann ich wirklich sagen, dass Roadtrips bzw. Individualreisen für mich zu meiner liebsten Reiseart geworden sind. Deshalb habe ich für euch heute mal zusammengetragen, wie ich persönlich bei der Planung eines Roadtrips vorgehe, was man beachten sollte und ob ein Roadtrip die richtige Art des Reisens für euch ist. Natürlich entspricht das alles nur meinen persönlichen Erfahrungen und Vorlieben, aber vielleicht seht ihr es ja als kleinen Anreiz.


Was ist ein Roadtrip?
Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich bei einem Roadtrip ganz einfach um eine Reise, die vor allem durch die Fortbewegung über die Straße stattfindet. Natürlich gibt es immer wieder Zwischenstopps entlang der Route, doch während eines Roadtrips legt man meist große Distanzen per Auto zurück.

Roadtrip: Ja oder Nein?
Ein Roadtrip hat defintiv Vor- und Nachteile und ist sicherlich auch nicht für jeden etwas.
Die Vorteile eines Roadtrips: Große Flexibilität bezüglich der Reiseroute, Unabhängigkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln, Möglichkeit in kurzer Zeit viel zu sehen, Ein ganz besonderes Reisegefühl (Freiheit pur und zu beobachten, wie sich der Straßenverlauf und die Landschaft ständig verändern)
Die Nachteile eines Roadtrips: Je nachdem teurer als das Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln (abhängig davon mit wievielen Personen man verreist), Längere Aufenthalte im Auto als draußen in der Natur, Müdigkeit durch langes Autofahren

Die Planung


Das Reiseziel: Wo soll mein Roadtrip stattfinden?
Als allererstes solltet ihr euch überlegen, wo es überhaupt hingehen soll und ob sich das entsprechende Land überhaupt für einen Roadtrip anbietet: Gibt es ein gut ausgebautes Straßennetzwerk? Seid ihr alt genug, um in dem Land ein Auto zu mieten? Wie ist die Vekehrssituation? Wie teuer könnte der Urlaub ungefähr werden? Brauchst du Impfungen oder ein Visum? Über all das solltet ihr euch im Vorfeld informieren.

Die Reisepartner: Mit wem möchte ich verreisen?
Generell kann ich nur sagen: Alleine verreisen ist eigentlich immer möglich, dennoch würde ich vor allem bei einem Roadtrip dazu raten mit mehreren Leuten unterwegs zu sein. Das hat den Vorteil, dass man Kosten spart und außerdem zusammen Spaß im Auto haben kann. Wichtig ist allerdings, dass man sich vorher genau überlegt, mit wem man verreisen möchte. Unterschätzt nicht die Tatsache, dass ihr viel Zeit zusammen auf engem Raum verbringen werdet. Wählt eure Reisepartner daher mit Bedacht und nur wenn ihr euch sicher seid, dass es sich um Menschen handelt mit denen ihr auch gut klar kommt, wenn ihr sie jeden Tag seht. Besonders schön ist es meiner Meinung nach mit Freunden oder dem Freund/der Freundin zu verreisen.


Die Recherche: Was möchte ich sehen?
Sobald ihr euch für ein Reiseziel entschieden habt, wird es Zeit ein paar Informationen über das Land im Allgemeinen zu sammeln. Was genau wird euch erwarten? Wie ist die Kultur und Sprache der Menschen? Wie ist das Klima und das Wetter? Und vor allem wie ist die Landschaft und welche Eigenheiten gibt es? Wenn ihr euch einen groben Überblick verschafft habt und euch mit dem Land ein wenig vertraut gemacht habt, geht es ans Eingemachte. Informiert euch über besondere Highlights des Landes und findet heraus, was ihr unbedingt sehen und machen wollt und wo ihr unbedingt hin wollt.
Um mich zu inspirieren, besorge ich mir zuerst meist einen guten Reiseführer (meine Wahl ist da immer der Lonely Planet), der mir einen ersten Überblick gibt. Außerdem schaue ich wenn möglich viele Dokumenatationen über das Land, um schonmal zu schauen, welche Orte besonders schön sind. Ich recherchiere viel im Internet, um mir Fotos anzuschauen und Tipps von anderen zu holen. Desweiteren ist es auch immer sehr hilfreich persönlich mit Leuten zu sprechen, die selbst schonmal in dem Land waren.


Der Reisezeitpunkt und die Reisedauer: Wie lange möchte ich unterwegs sein?
Wenn ihr genug Ideen gesammelt habt und wisst, was ihr eigentlich wollt, wird es Zeit für die konkretere Planung. Wie lange soll/kann euer Urlaub dauern? Wieviel Zeit wird es in Anspruch nehmen die Dinge zu sehen, die auf eurer Reiseliste stehen? Ebenso solltet ihr euch darüber Gedanken machen, wann genau ihr überhaupt verreisen möchtet. Dabei ist es wichtig die landestypischen Gegebenheiten zu bedenken, damit ihr nicht z.B. während der Regenzeit irgendwo landet.

Die Reiseroute: Wo genau soll es hingehen?
Sobald ihr wisst, wann genau und wie lange ihr verreisen möchtet, könnt ihr eure konkrete Reiseroute planen. Dafür empfiehlt es sich zu schauen, welche eurer Reiseziele nahe beieinander liegen und welche ihr eventuell aus Zeitmangel auslassen müsst. Erstellt euch einen ungefähren Plan darüber, welche Orte ihr an welchem Tag besuchen oder welche Dinge ihr tun möchtet. Wieviel Zeit wollt ihr an einem jeweiligen Ort verbringen, wie lange wollt ihr dort übernachten? Natürlich könnt ihr auch immer noch vor Ort spontan schauen, aber es hilft auf jeden Fall sich vorher einen groben Plan zu machen.
Denn als nächstes geht es an die Planung der Reiseroute: Am leichtesten lässt sich diese mithilfe von GoogleMaps und/oder einer Landkarte planen. Bei GoogleMaps lässt sich beispielsweise errechnen, wie weit bestimmte Orte voneinander entfernt liegen. Ich persönlich zeichne dann immer auf einer Landkarte (aus Papier!) die jeweiligen Tagesziele und Sehenswürdigkeiten ein, um zu schauen, wo es bestimmte Knotenpunkte gibt, denn dort empfiehlt es sich meist zu übernachten. Zu guter Letzt müsst ihr nur noch schauen, wie sich die verschiedenen Sehenswürdigkeiten auf der Landkarte durch eine Route verbinden lassen. Welche Straßen führen an den meisten Sehenswürdigkeiten vorbei oder welche Strecken sind am kürzesten? Sobald ihr das entschieden habt, könnt ihr euch die ungefähre Reiseroute auf eurer Karte einzeichnen, damit ihr vor Ort wisst, wo ihr lang müsst.


Flüge, Unterkünfte und Mietwagen: Wie und wann buche ich?
Als nächstes informiert ihr euch über mögliche Flugverbindungen und bucht den passenden Flug. Ebenso kann es nicht schaden im Vorfeld gute Unterkünfte herauszusuchen und diese (je nachdem in welches Land es gehen soll) schon rechtzeitig zu buchen. Zu guter Letzt solltet ihr euch natürlich um euren Mietwagen kümmern. Schaut einfach welche Anbieter es gibt und bei welchem ihr das beste Angebot für eure Bedürfnisse bekommt. Je früher ihr bucht desto billiger wird es!

Reisevorbereitungen: An was muss ich denken?
Wenn ihr alles soweit erledigt habt, heißt es nur noch abwarten und freuen! Um euch noch ein wenig in Vorfreude zu versetzen, solltet ihr nochmals überprüfen, ob ihr an alles gedacht habt. Braucht ihr zum Beispiel einen Internationalen Führerschein? Und habt ihr euch überlegt, wie ihr im Urlaub Geld abheben oder bezahlen könnt? Desweiteren macht es Sinn sich schonmal eine grobe Packliste zu schreiben, damit ihr im Urlaub die passende Kleidung dabei habt. Braucht ihr Sonnencreme, Mückenspray oder sogar Wanderkleidung aufgrund des Wetters?
Und zu guter Letzt das, was mir immer am meisten Spaß macht und meine Vorfreude immens erhöht: Die Zusammenstellung eines Reisesoundtracks. Da hat natürlich jeder seinen eigenen Geschmack, aber ich finde es super mir vorher zu überlegen, welche Lieder gut zu einer Reise in das entsprechende Land passen könnten. Immerhin sind es meist diese Lieder, die ich im Urlaub dann mit einer bestimmten Situation oder einem gewissen Erlebnis verknüpfe und die mich Zuhause dann immer wieder an einen wunderschönen Urlaub erinnern werden.

So und jetzt viel Spaß bei eurer Reiseplanung! Ich hoffe meine Tipps haben euch etwas geholfen und wenn ihr noch Fragen habt, hinterlasst mir gerne einen Kommentar :)
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17. März 2014

Urlaub in London

Egal, ob "London Calling", "Rain Fall Down" oder "London Boys" - über London wurden nicht umsonst unzählige Lieder geschrieben. Ich muss jedoch zugeben: London und ich - das war keine Liebe auf den ersten Blick. Ich kann mich nicht mal mehr erinnern, wie oft ich in London war bis ich so richtig verstanden habe, warum eigentlich fast alle London so cool finden. Während diverser Klassen- und Studienfahrten verschlug es uns immer wieder in die Hauptstadt des Vereinigten Königreichs, doch Menschenmassen und viel zu viel Regen sorgten meist für Ernüchterung.
Bis ich letztes Jahr im Januar und später nochmal im Mai in London war und endlich mal Zeit hatte die Stadt auf eigene Faust (und nicht zusammen mit der Schulklasse) zu erkunden. Dabei durften zwar auch die typischen Touristenattraktionen wie der Buckingham Palace, die London Bridge oder der Big Ben nicht fehlen, allerdings hat es mich vor allem begeistert auch mal das richtige London kennenzulernen: der pefekte London Urlaub eben.


Ich hatte das Glück London nicht alleine erkunden zu müssen, sondern zusammen mit jemandem, der selbst schonmal ein halbes Jahr dort gelebt hat. Dementsprechend konnte ich London von einer ganz neuen Seite kennenlernen: Versteckte Bars, trendige Restaurants und die angesagten Szeneviertel, in denen sich keine Touristen mehr herumtreiben. Und ich kann nur sagen: London ist wirklich eine tolle Stadt. Zwar ist sie voll und laut, es regnet häufig und die meisten Leute sind doch sehr oberflächlich und aufgesetzt freundlich, aber dafür ist London genau so multikulturell, lebendig und aufgeschlossen für die neusten Trends. Hier schaut dich niemand schräg an, wenn du in total verrückten Klamotten herumläufst, da sich die Leute hier generell nicht für die Fremden um sie herum interessieren. Ein wenig geschmeichelt habe ich mich da schon gefühlt, als ich auf der Straße von einem Fotografen angesprochen wurde, der mein Outfit für eine Zeitungskolumne fotografieren wollte.


Ich habe definitiv beide Urlaube in London letztes Jahr sehr genossen und ich habe jetzt schon wieder Lust hinzufahren, denn meiner Meinung nach wird London nie langweilig. Es gibt einfach immer Neues zu entdecken! Vor allem die zahlreichen Shoppingmöglichkeiten reizen mich jedes Mal aufs Neue, doch es gibt auch ansonsten noch so viel, was ich nicht gesehen habe.
Um euch etwas an meinen bisherigen Erfahrungen (sowie den London-Insider-Tipps) teilhaben zu lassen, werde ich in nächster Zeit immer mal wieder ein bisschen was über London berichten, damit ihr ein wenig Abwechslung zu den China-Posts habt. Neben einigen London Reisetipps erwartet euch außerdem am Ende auch noch ein London City Guide. Falls ihr noch bestimmte andere Wünsche habt, sagt es mir in einem Kommentar :)

(Entschuldigt übrigens, dass es hier so lange kein Rezept mehr zu lesen gab, aber momentan steht mir meine eigene Küche nicht zu Verfügung. Vielleicht schaffe ich es demnächst mal wieder etwas Kleines zu kochen ;) Bis dahin bleibt es etwas reiselastiger.)

Wer von euch war schonmal in London und was hat euch dort am besten gefallen?
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10. März 2014

Die erste Video Premiere! - Der Schottland Roadtrip

Durch grüne Täler, vorbei an Seen, weißen Stränden oder hohen Gebirgsketten - der Roadtrip durch Schottland führte über Schotterwege, gewundene Straßen oder solche, die geradeaus bis zum Horizont verliefen. Mein toller Roadtrip durch Schottland liegt jetzt schon wieder ein halbes Jahr zurück, dennoch schlummerten noch immer unzählige kleine Videodateien auf meiner Festplatte. Um diesen wunderschönen Urlaub nochmal festzuhalten und euch ein paar Impressionen zu vermitteln, habe ich mich also daran gesetzt ein Video zu erstellen.


Bis weit nach Mitternacht habe ich also alles zusammengefügt und mich natürlich darüber ärgern müssen, wenn mal wieder das Videobearbeitungsprogramm abgestürzt ist. Dennoch kann ich mir jetzt das Video anschauen und mich an einen schönen Urlaub erinnern. Viel Spaß beim Anschauen und wenn ihr in Zukunft öfter mal Videos sehen wollt, hinterlasst mir doch einen Kommentar mit eurer Meinung :)


Gefilmt mit: Nikon D5100 + 18-105mm
Schnittprogramm: Magix Video Deluxe
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28. Februar 2014

Island Festival Kalender & Reykjavík Festival Guide

Einer der Gründe, warum ich es so geliebt habe in Reykjavík zu wohnen, war das ausgeprägte kulturelle Angebot, das diese kleine Stadt zu bieten hat. Ausstellungen, Konzerte, Street Art und vor allem: viele Festivals. Aber auch im Rest des Landes gibt es von Zeit zu Zeit einige Festivals zu entdecken. Dabei ist eigentlich für fast jeden Geschmack etwas dabei - egal ob Kunst, Musik, Film, Essen oder Alkohol. Wenn ihr euch für Kultur interessiert, macht es daher vielleicht Sinn vor eurem nächsten Islandurlaub einen Blick in meinen kleinen Island Festival Kalender beziehungweise meinen Reykjavík Festival Guide zu werfen, um herauszufinden, ob euch eins der Festivals anspricht. Ein Urlaub in Island lohnt sich definitiv noch mehr, wenn man nebenher noch die Erfahrung eines isländischen Festivals mitnehmen kann. Warum also nicht nach Island fahren, wenn gerade auch noch ein hippes Festival in vollem Gange ist? Ich habe hier die coolsten und beliebtesten isländischen Festivals für euch zusammengetragen.


ISLAND FESTIVAL KALENDER


Sónar Reykjavík
Das Sónar Festival findet Mitte Februar statt und überzeugt an den drei Tagen vor allem Liebhaber von elektronischer Musik. Neben internationalen Künstlern präsentieren sich einem ebenfalls die neusten und beliebtesten Musiker Islands.
» Sónar Reykjavík

Reykjavík Food and Fun Festival
Im späten Februar wird Reykjavík zu einer kulinarischen Hochburg. An vier Tagen bieten die besten Restaurants der Stadt spezielle Menüs an. Renommierte Köche aus der ganzen Welt kreieren während dieser Zeit in den Restaurants hervorragendes Essen aus isländischen Zutaten. Des Weiteren gibt es einen Wettbewerb für die besten Köche, die dann ein Menü aus isländischen Zutaten zaubern müssen.
» Reykjavík Food and Fun Reykjavík

Winter Lights Festival Reykjavík
Ende Februar wird ganz Reykjavík erleuchtet, um dieses kulturelle Event ins richtige Licht zu rücken. Neben Fashion Shows und Eiskunstlauf wird auch Live-Musik auf den Straßen gespielt.  
» Winter Lights Festival Reykjavík

Reykjavík Blues Festival
Jedes Jahr findet Ende März beziehungsweise Anfang April das Reykjavík Blues Festival statt. Musiker aus Island, Europa und Nordamerika geben während dieser Zeit an verschiedenen Orten in Reykjavík Konzerte.
» Reykjavík Blues Festival

Reykjavík Arts Festival
Bereits seit 1970 findet dieses Festival statt und präsentiert jährlich isländische und internationale Künstler aus verschiedenen Bereichen wie Theater, bildender Kunst, Musik und Tanz. Von Mitte bis Ende Mai gibt es in Reykjavík daher viele Konzerte, Ausstellungen sowie Opern- und Theateraufführungen zu entdecken.
» Reykjavík Arts Festival

Viking Festival Hafnarfjörður
Wer wollte nicht schon immer eine Horde Wikinger sehen? Während dieses Festivals finden sich moderne Wikingerhorden in Reykjavíks Nachbarstadt Hafnarfjörður ein. Dort wird einem Mitte Juni zehn Tage lang unter anderem tradionelles Kunsthandwerk und Wikingerkämpfe präsentiert.
» Viking Festival Hafnarfjörður

Akureyri Summer Arts Festival
Von Ende Juni bis Anfang August findet in Akureyri dieses Festivals statt. Während dieser Zeit gibt es hauptsächlich Konzerte und Ausstellungen an verschiedenen Orten in der Stadt zu entdecken.
» Akureyri Summer Arts Festival
 
Verslunarmannahelgi
An diesem Wochenende, das normalerweise Anfang August stattfindet, fahren die Isländer raus zum Campen und um sich total zu betrinken. Die meisten von ihnen zieht es für gewöhnlich auf die Vestmannaeyjar (Westmännerinsel), wo es zu dieser Zeit auch Live-Musik gibt.
» Verslunarmannahelgi

Reykjavík Culture Night
An einem Samstag im August strömen für Reykjavíks größte Kulturveranstaltung zahlreiche Besucher in die Stadt. Die Veranstaltungen beginnen bereits am Morgen und finden abends ihren Höhepunkt in einem großen Feuerwerk. Den ganzen Tag über kann man in der Stadt Konzerte, Workshops, Aufführungen und Ausstellungen entdecken.
» Reykjavík Culture Night 

Reykjavík Jazz Festival
Jedes Jahr Mitte August bietet sich einem die Möglichkeit internationale sowie isländische Jazzmusiker zu hören. In den zwei Wochen finden sowohl tagsüber als auch abends Konzerte in ganz Reykjavík statt.
» Reykjavík Jazz Festival

Reykjavík International Film Festival
Von Ende September bis Anfang Oktober schlägt Reykjavíks Herz für den Film. An zehn Tagen werden in verschiedenen Kinos sowohl Filmklassiker, als auch neue Filme aus Island und dem Rest der Welt gezeigt. Während des Festivals laufen viele gute und auch experimentellere Filme und man kann unter anderem an besonderen Veranstaltungen teilnehmen, z.B. dem Swim-In Cinema, wo ein Film auf einer Leinwand im Schwimmbad gezeigt wird. Einen Besuch von diesem Festival kann ich allen Filmbegeisterten nur ans Herz legen, es lohnt sich! Mehr erfahrt ihr in meinem Post zum Reykjavík International Film Festival.
» Reykjavík International Film Festival

Iceland Airwaves
Jedes Jahr lockt das Iceland Airwaves Ende Oktober/Anfang November unzählige Menschen nach Reykjavík. Während dieser Tage befindet sich die Stadt im Ausnahmezustand und die aufgeweckte Atmosphäre reißt jeden mit. In verschiedenen Bars, Cafés, Restaurants und Konzerthallen treten vor allem Alternative, Indie, Rock und experimentelle Bands aus Island auf, aber auch internationale Musiker mischen sich unter das Volk. Wer ein Festivalticket besitzt, hat die Möglichkeit sich abends in den Trubel zu stürzen. Man sucht sich eine Location oder eine Band aus und genießt zusammen mit anderen Musikfans die ausgelassene Partystimmung. Hier trifft man gleichermaßen auf Einheimische und Touristen. Nach den Konzerten am Wochenende kann man ins Reykjavíker Nachtleben starten und sich zwischen der fröhlichen Menge auf den Straßen verlieren. Besonders ein Hotdog am berühmten SS Pylsur-Stand unten am Hafen schmeckt nach einem Konzert und ein wenig Alokohol besonders gut. Während meines Auslandssemesters war ich selbst beim Iceland Airwaves und ich habe es geliebt! Ein super Festival zu dem ich gerne selbst mal wieder nach Island fliegen würde. Mehr erfahrt ihr in meinem Post zum Iceland Airwaves.
» Iceland Airwaves 
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24. Februar 2014

Unterwegs in Peking: Die Verbotene Stadt und der Jingshan Park

Der erste Kulturschock ist zwar überwunden, doch Peking ist noch immer ein einziges, großes Abenteuer für uns. Diesmal besuchen wir eine von Pekings bekanntesten Sehenswürdigkeiten: Die Verbotene Stadt sowie den Jingshan Park im Zentrum von Peking. Unser Weg führt uns zunächst erneut über den Platz des Himmlischen Friedens an dessen nördlichen Ende die Verbotene Stadt liegt.


Der Name "Verbotene Stadt" stammt übrigens daher, dass hier früher die Kaiser der Ming und Qing Dynastien regierten und dem normalen Volk der Zutritt zum Gelände verwehrt war. Seit 1987 gehört die Verbotene Stadt außerdem zum UNESCO Weltkulturerbe. Die gesamte Anlage ist riesig und umfasst insgesamt eine Fläche von 720.000 Quadratmetern mit 890 Palästen und Pavillons. Das die Verbotene Stadt eine sehr beliebte Sehenwürdigkeit bei Touristen ist, wird schnell klar, denn bereits im ersten Innenhof herrscht großer Andrang. Bei unserem Besuch besichtigen wir unter anderem den Haupteingang, das Mittagstor (Wumen), sowie den alten Kaiserpalast (Gu Gong) und einige weitere Pavillons. Da die gesamte Anlage so groß ist, haben wir leider nicht genug Zeit, um alles zu erkunden. Dennoch ist die Verbotene Stadt mit ihren prachtvollen Palästen in Rot und Gold wirklich schön anzuschauen und auf jeden Fall einen Besuch wert, denn es gibt so unglaublich viel zu entdecken.


Schließlich geht es weiter zum Jingshan Park (Jingshan Gonyuan), der sich im Norden an die Verbotene Stadt anschließt. Der auf einem Berg gelegene Park überblick nicht nur Peking und gewährt einem tolle Ausblicke über die Verbotene Stadt, sondern beherrbergt ebenfalls einige kleine, hübsche Pavillons und verzierte Steintafeln. Hier tummeln sich neben Chinesen auch viele Straßenkünstler oder Fotografen, die einen in tradioneller chinesischer Kleidung ablichten können. Ich bin bereits jetzt begeistert von der chinesischen Architektur und Kultur, doch das war erst der Anfang, denn in den nächsten Tagen kommen noch viele spektakuläre Attraktionen auf uns zu.

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18. Februar 2014

11 Fragen und Antworten zum Reisen

Es wird Zeit mal wieder ein bisschen übers Reisen zu plaudern. Ariane hat mir nämlich ein Stöckchen zugeworfen und es geht darum 11 Fragen zum Thema Reisen zu beantworten. Ich habe mir also ein paar Gedanken zu den Fragen gemacht und mir dann selbst 11 weitere Fragen überlegt, die ich gerne ein paar anderen Bloggern stellen möchte.


1. Was war das Beste, was du bisher auf einer Reise gegessen hast?
Das kommt ganz darauf an, ehrlich gesagt finde ich es hängt oft auch von der Situation ab. Es muss daher gar nicht unbedingt etwas besonders Ausgefallenes sein. Zum einen habe ich in Neuseeland einmal richtig frische Fish 'n' Chips gegessen, einfach total lecker! In Island habe ich andererseits einen Hotdog gegessen, der unter normalen Umständen vermutlich gar nichts Besonderes gewesen wäre, aber um 1 Uhr morgens nach einem super Konzert vom Iceland Airwaves Festival schmeckte dieser Hotdog einfach unglaublich gut.

2. Die beste Reiselektüre? Und der beste Soundtrack?
Generell nehme ich nur einen Reiseführer mit auf Reisen und das ist bei mir generell ein Lonely Planet. Im Urlaub habe ich normalerweise ohnehin keine Zeit zum Lesen, da ich selten nur zum Entspannen wegfahre. Meist trifft man mich draußen in der Natur an :) Der Soundtrack hängt meiner Meinung nach immer vom Zielland ab. Je nachdem wo es hingeht, stelle ich mir vorher eine Playlist zusammen, aber natürlich gibt es meist bestimmte Lieder, die einen an den Urlaub erinnern. Während meines Urlaubs in Schottland zum Beispiel mussten wir leider die ganze Zeit Radio hören und wurden unter anderem mit Aviciis "Wake me up" in den Wahnsinn getrieben (Ähm... nicht der beste Soundtrack!).

3. Hast du Lust, eine besonders lustige oder absurde Reiseanekdote zu teilen?
Als wir damals in Island unterwegs waren, hatten wir kein Navi dabei, sondern haben uns nur auf unsere Karte verlassen. Wir waren in der Einöde des Nordens unterwegs und wollten am späten Nachmittag zu unserer Unterkunft fahren. Da wir irgendwann keine Ahnung mehr hatten, wo genau es lang geht, hielten wir in einem kleinen Ort an einer Raststätte an, um nach dem Weg zu fragen. Drinnen angekommen, fragten wir einen älteren, bärtigen Mann nach dem Weg zu unserer Unterkunft. Völlig unbeeindruckt, emotionslos und wortkarg erklärte er uns, dass sich der gesuchte Ort 50km von hier befinde - in der Richtung, aus der wir gerade gekommen waren. Es war so ärgerlich, dass wir selbst schon lachen mussten, doch der Isländer hatte irgendwie kein Mitleid mit uns ;)


4. Hast du deine Reiseziele für dieses Jahr schon geplant?
Nein ;)

5. Entdeckst du am liebsten immer wieder Neues, oder gibt es Orte, zu denen du immer wieder hinmöchtest?
Generell liebe ich es immer wieder Neues zu entdecken und die ganze Welt zu bereisen, doch Neuseeland und Island sind auf jeden Fall beides Länder, die mich immer wieder zu sich rufen.

6. Hat dich eine bestimmte Reise, ein bestimmtes Land oder eine bestimmte Stadt besonders geprägt?
Dadurch dass ich schon in Neuseeland und Island gelebt habe, haben mich natürlich auch gerade diese beiden Länder geprägt. Ich habe dort einfach ganz andere Erfahrungen sammeln können, als wenn ich nur für zwei Wochen dort gewesen wäre.

7. Wie bereitest du dich auf eine Reise vor? Informierst du dich gut oder fliegst du einfach los?
Ich informiere mich generell gut über das Land und die Orte, die ich bereisen möchte, da ich nie etwas Tolles verpassen möchte. Auf der anderen Seite lasse ich mich dann Vorort trotzdem gerne noch überraschen - vor allem von der Kultur und den Menschen.


8. Hast du Tipps dafür, auch beim Reisen nachhaltig zu leben?
Immer nur das buchen und kaufen, was man auch wirklich braucht. Ich würde mir zum Beispiel nie ein riesiges Frühstück bestellen, wenn ich weiß, dass ich zum Beispiel nur Cornflakes brauche.

9. Wohin würdest du mich schicken, und warum?
Nach Neuseeland! Denn da sollte jeder mal gewesen sein :)

10. Was ist deine liebste Sehenswürdigkeit in deiner Heimatstadt oder -region?
Oh je das ist schwierig, ehrlich gesagt reizt es mich ja immer gar nicht meine eigene Heimatstadt oder -region zu bereisen. Ich glaube aber trotzdem, dass der Drachenfels ganz schön ist, da wollte ich auch schon seit Ewigkeiten nochmal hin...

11. Die größte Reise ist die zu sich selbst. Was hast du im Ausland und unterwegs über dich selbst herausgefunden, wie hast du dich verändert?

Dass ich sehr viel mehr kann, als ich mir zugetraut habe: Selbstständig sein, auf Fremde Menschen zugehen und das Gefühl stark zu sein und jedes Problem alleine lösen zu können.


Meine 11 Fragen an andere Blogger:
1. Wenn du dir ein Land aussuchen könntest in dem du für längere Zeit leben könntest, welches wäre es?
2. Gibt es einen Gegenstand, der dich an ein ganz bestimmtes Reiseerlebnis erinnert?
3. Wo möchtest du unbedingt mal hin und welches Reiseziel reizt dich überhaupt nicht?
4. Was ist das Schlimmste, dass dir während einer Reise passiert ist?
5. Welche Art des Reisens magst du am liebsten: Spontan oder organisiert, aktiv oder entspannt?
6. Ist dir schonmal etwas total Peinliches passiert, weil du dich zu schlecht mit der Kultur des Landes auskanntest?
7. Wie würdest du dich in einem Land durchschlagen, dessen Sprache du nicht sprichst?
8. Magst du lieber Städtereisen oder Natururlaub?
9. Traust du dich in fremden Ländern Essen zu probieren, obwohl du nicht genau weißt, was es ist?
10. Welcher ist dein absoluter Lieblingsort?
11. Wie stillst du dein Fernweh, wenn du gerade mal nicht in Urlaub fahren kannst?

Und ich werfe das Stöckchen weiter an:
- Nadja und Eva von Oh the happy sinner
- Manuela von Seiltanz
- Inka von blickgewinkelt
- Anja von Annie Waits
- Marie von Wholehearted
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13. Februar 2014

Eine Stunde mit einem Fremden

Es ist Samstag, der 1. Februar, etwa 15:47 im Hauptbahnhof Köln. Donnernd fährt der Zug auf dem Gleis über mir ein. Ich sitze auf einer Bank, esse die letzten Bissen meines verspäteten Mittagessens und beobachte die vorbeihastenden Menschen. Einfach irgendwo sitzen und zuschauen, was in der Umgebung passiert, fand ich schon immer spannend. Vor allem am Hauptbahnhof treffen die verrücktesten Menschen aufeinander: Ein Mann im Frauenkostüm, ein in schwarz gekleideter Typ, der eine Klopapierrolle an seinem Gürtel befestigt hat oder ein aufgetakeltes Mädchen, das sich am Handy lautstark über ihre Praktikantenstelle auslässt. Aber in Köln überrascht mich eigentlich gar nichts mehr.

"Entschuldigung, ist hier noch frei?", fragt ein alter Mann mit Gehstock und deutet auf den freien Platz neben mir.
"Ja, aber sicher.", antworte ich. Er setzt er sich umständlich hin, stützt die Hände auf seinen Gehstock und schaut den vorbeigehenden Menschen nach. Eine Weile sitzen wir schweigend da bis sein Handy anfängt zu klingeln. Schwerfällig kramt er es aus seiner Jackentasche.
"Hallo? Ja, ich will halt auch mal raus, ich bin unterwegs. Ich bin in einer Stunde wieder Zuhause. Ja, bis später." Ich muss ein wenig schmunzeln.


"Die Kinder. Machen sich immer direkt Sorgen nur weil mein Auto mal nicht vor meiner Wohnung steht.", sagt der alte Mann und lacht ein wenig.
"Naja, immerhin zeigt das, dass sie sich für Sie interessieren. Wäre ja auch traurig, wenn sie sich gar nicht um sie kümmern würden.", sage ich vorsichtig.
"Das stimmt auch wieder. Aber mein Sohn kann ja auch nicht ständig zu mir kommen. Er und seine Frau müssen auch viel arbeiten und sich um die kleinen Kinder kümmern. Es ist nicht schön die ganze Zeit alleine zu sein. Ich versuche zwar irgendwie den Tag rumzukriegen, aber man kann ja auch nicht die ganze Zeit lesen, fernsehen oder spazieren gehen. Manchmal wenn mir mal wieder die Decke auf den Kopf zu fallen droht, steige ich einfach ins Auto, fahre hierher und setze mich eine Stunde lang in den Hauptbahnhof. Hier bekommt man viel zu sehen. Manchmal gehe ich auch ein Bier trinken, aber dann wird es schwierig mit dem Autofahren.", er lacht erneut.
"Das kann ich mir vorstellen. Solange Sie noch fit genug sind, sollten Sie das auf jeden Fall auch noch tun."
"Ja, zur Zeit geht es mir zum Glück noch gut. Aber man weiß nie, wie lange man noch alleine zurecht kommt."
 
"Ja, meine Opa hat immer gesagt, dass es nicht schön ist alt zu sein."
"Oh ja. Früher habe ich wirklich immer gedacht, es wäre schön alt zu sein. Das dachte ich wirklich. Aber dann weiß man gar nicht, was man mit der ganzen Zeit anfangen soll. Man ist ja auch nicht mehr so fit wie früher. Und dann kommt das Alleinsein noch dazu. Meine Frau ist vor sechs Jahren gestorben und seitdem wohne ich alleine. Schon der Umzug in eine andere Wohnung war damals wirklich schwer für mich. Meine Frau war meine ganz große Liebe. Damit muss man erstmal klarkommen, plötzlich ohne den anderen zu leben."
"Oh das tut mir leid. Waren sie lange verheiratet?"
"Über 50 Jahre. Für mich war es bereits meine dritte Ehe und für meine Frau die zweite. Aber als ich meine Frau kennengelernt habe, stand ich in Flammen – und sie auch! Es war die ganz große Liebe, das haben wir beide gespürt. Wir haben uns einfach in allem perfekt ergänzt. Ich bereue es nicht vorher schonmal verheiratet gewesen zu sein. Da lief es einfach nicht so gut, aber solche Erfahrungen muss man auch machen im Leben. Erst dann weiß man sein Glück wirklich zu schätzen. Die meisten sprechen so schnell davon verliebt zu sein oder jemanden zu lieben. Meistens ist das keine wahre Liebe! Wenn sich beide wirklich lieben und alles zusammen durchstehen, ist es etwas Besonderes. Meine Frau war die einzige, die mein Herz wirklich berührt hat."

Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll, weil ich wirklich gerührt bin. Ich kann mir vermutlich nicht mal vorstellen, wie es sich anfühlen muss, die Person zu verlieren, die man am meisten liebt und mit der man den Großteil seines Lebens verbracht hat. Aber ich muss auch gar nicht viel sagen, der alte Mann scheint einfach erleichtert zu sein, dass ihm jemand zuhört.

"Als meine Frau tot war, habe ich die ersten paar Jahre einfach versucht alleine weiterzumachen. Ich habe gar nicht bemerkt, wie alleine ich eigentlich bin. Der Mensch ist nicht dafür gemacht alleine zu sein. Aber sich jemand anderen suchen? Unsere Haushälterin arbeitet schon seit Jahrzehnten für uns. Früher hat sie nur bei uns geputzt, mittlerweile hilft sie mir auch bei der Wäsche und weiß, in welche Schublade meine Socken kommen. Das wusste sonst nur meine Frau! Das war ein schreckliches Gefühl, dass jemand meine Frau ersetzen könnte. Können Sie sich vorstellen, wie sich das angefühlt hat?"
"Ich kann mir sehr gut vorstellen, was Sie meinen. Aber Ihre Frau hätte sicherlich nicht gewollt, dass Sie für immer alleine sind, sondern dass Sie wieder glücklich werden können."
"Ja, ich weiß ganz genau, dass das sogar das Erste gewesen wäre, was meine Frau mir nach ihrem Tod geraten hätte. Aber die Vorstellung ist eben nicht leicht, wenn man so lange mit jemandem verheiratet war, will man nicht einfach jemand anderen."
"Haben Sie und ihre Frau sich denn die ganze Zeit so gut verstanden, wie am Anfang?"
"Oh nein, wir hatten auch mal Streit. Aber es ist einfach wichtig, solche Dinge miteinander zu klären. Wenn man mit einem anderen Menschen zusammenbleiben möchte, muss man über alles reden, damit der andere Bescheid weiß. Es gab auch mal eine Zeit, da waren wir beide etwas unsicher. Aber man muss auch mal einen Schritt auf den anderen zumachen und als wir darüber gesprochen haben, stellten wir schließlich fest, dass wir beide letztendlich das Gleiche wollten. Also fuhr meine Frau einfach mal zwei Wochen ohne mich in Skiurlaub und ich hatte Zeit für mich Zuhause. Wir wussten beide genau Bescheid, was das bedeutete, aber es ist wichtig einander auch mal die Freiheiten zu geben, die man braucht. Man kann nicht über 50 Jahre mit derselben Person zusammen sein und erwarten, dass man sich niemals eingeengt fühlt, falls man sich nicht den nötigen Freiraum einräumt. Also fuhr meine Frau einfach alleine in Urlaub wenn ihr manchmal danach war. Und wir hatten eine wirklich glückliche Ehe, sie war die Liebe meines Lebens. Ich hätte mit niemand anderem zusammen sein wollen."

Aus einem Gespräch, das zunächst noch vorsichtig verläuft und bei dem wir uns nur hin und wieder einen Blick zuwerfen, wird eine interessante Unterhaltung mit einem Fremden. Der alte Mann erzählt mir von seinem Alltag, vom Alleinsein und von seiner Angst alt zu werden und nicht mehr für sich selbst sorgen zu können. Er spricht von der modernen Technik, vom Krieg, seinen Ehen und von der Liebe. Und er verrät mir einige Anekdoten aus seinem Leben: Beispielsweise, wie seine Kinder eine Katze für ihn gekauft haben, damit er nicht so alleine ist.
"Sobald mein Sohn die Katze aus dem Transportkorb gelassen hat, ist sie sofort durch die Katzenklappe nach draußen gelaufen und verschwunden. Ich habe sie nie wieder gesehen. Offensichtlich mochte sie mich nicht besonders. Jetzt will ich keine Katze mehr." Ich kann nicht anders, als mit ihm zu lachen.

Auch ich erzähle ihm ein bisschen von meinem Leben. Ich finde es immer faszinierend, welche Ratschläge einem ältere Menschen geben können, immerhin haben sie so viel mehr Lebenserfahrung. Und der alte Mann ist nicht nur ausgesprochen klug und weise, sondern hat auch noch Humor. Ich bin selbst überrascht, dass ich gerade ein so persönliches Gespräch mit einem völlig Fremden führe, aber vielleicht funktioniert es gerade so gut, weil wir uns nicht kennen.

"So ich werde mich langsam mal wieder auf den Weg machen.", sagt der alte Mann schließlich. Ich blicke auf die Uhr und kann gar nicht fassen, dass ich eine Stunde lang mit diesem Mann gesprochen habe. So langsam muss ich auch los und verabschiede mich.
"Es war schön Sie kennenzulernen. Ich wüsche Ihnen auf jeden Fall alles Gute und das alles so funktioniert, wie Sie es sich wünschen.", sagt der alte Mann noch, als ich mich zum Gehen wende.

Ich gebe zu, die heutige Geschichte ist mal etwas ganz anderes als sonst. Habt ihr schonmal etwas Verrücktes gemacht, was ihr normalerweise nie tun würdet? Diese Begegnung hat mir jedenfalls bewiesen, dass man viel öfter Dinge tun sollte, auf die man sich normalerweise gar nicht einlassen würde. Ich bin froh, dass ich etwas an der Erfahrung des alten Mannes teilhaben konnte und dass ich seinen Tag etwas schöner gemacht habe, weil ich ihm einfach nur zugehört habe. Falls ihr Großeltern habt, ruft doch mal wieder bei ihnen an, sie freuen sich sicherlich darüber mal wieder von euch zu hören. Irgendwann sind wir schließlich alle mal alt und dann werden auch wir uns darüber freuen, wenn man noch an uns denkt :)
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