30. Oktober 2013

Geistergeschichten aus Island {Halloween Special}

Ein abgelegener Fjord, umrahmt von schroffen Bergen und ein ehemaliges Internat irgendwo im Nirgendwo von Island. Bevor ich für vier Monate nach Reykjavík fuhr, um dort mein Auslandssemester zu verbringen, hatte ich die Möglichkeit einen dreiwöchigen Isländisch-Intensivkurs im winzigen Ort Núpur, in den Westfjorden Islands, zu absolvieren.


Bereits die Region der Westfjorde gehört zu den abgeschiedensten Orten in Island, da sie nur über steile, kurvige Straßen abseits der Ringstraße zu erreichen ist. Mit nur etwas mehr als 7000 Einwohnern ist die Halbinsel außerdem sehr dünn besiedelt. Etwa eine halbe Stunde entfernt von Núpur liegt der etwas größere Ort Ísafjörður. Núpur selbst jedoch liegt einsam zwischen steilen Berghängen eingeschlossen. Neben einigen weit verstreuten Farmen besteht Núpur selbst bloß aus einem ehemaligen Internat, das heutzutage als Hotel genutzt wird, sowie einer kleinen Kirche. Nicht mal einen Supermarkt gibt es dort, die Zivilisation erscheint unglaublich weit entfernt. Doch zusammen mit den anderen Kursteilnehmern, war es wirklich eine unglaublich spannende Zeit, die ich in Núpur verbringen durfte. Zusammen lernten wir die isländische Kultur und Sprache kennen und entdeckten die wunderschöne Landschaft der Westfjorde. Wie im damaligen Internat teilten wir uns jeweils zu zweit ein kleines Doppelzimmer.


Doch der Grund wieso ich euch heute über Núpur berichte ist eigentlich ein anderer: Denn es geht um das Thema Geistergeschichten. In Deutschland habe ich schon häufig von dem Vorurteil gehört, dass Isländer angeblich an Feen und Gespenster glauben sollen. Die Antwort, ob das tatsächlich stimmt, lässt sich jedoch nicht so einfach geben. Generell würde ich sagen, dass ein Großteil der Isländer nicht daran glaubt, allerdings gibt es in Island sicherlich mehr Menschen als in Deutschland, die an Geister glauben. Schwierig ist es auch immer einzuschätzen, ob ein Isländer eine Geistergeschichte nur erzählt, um das typische Bild aufrechtzuerhalten, was wir von ihnen haben. In Island habe ich auf jeden Fall mehr Geistergeschichten gehört, als in meinem ganzen Leben zuvor.


Einige davon erzählte uns eines abends Siggi, einer der Hotelinhaber. Bevor ihr jetzt verständnislos den Kopf schüttelt, solltet ihr euch jedoch über die Situation in Núpur bewusst sein. Es handelt sich nicht nur um ein altes, abgeschiedenes Internat, sondern im Winter wird es hier auch drei Monate lang nicht wirklich hell. Da fällt es einem doch auch direkt viel leichter an Geister zu glauben oder nicht?


Fast alle von uns hatten sich im großen Speisesaal eingefunden, um Siggis Geistergeschichten zu lauschen. Siggi begann zu erzählen: "Früher gab es in Núpur einen Jahrgang aus dem ein Schüler offensichtlich nicht besonders glücklich war. Sein Name war Númi. Eines morgens fand man ihn in der Turnhalle - er hatte sich erhängt." Siggi legte eine Pause ein und sah in die Runde bevor er weitersprach: "Zwar ging das Leben in Núpur weiter seinen Lauf, doch eines Tages ereignete sich etwas Seltsames. Zwei Jungen machten ein Foto von sich, wie sie vor der Schule standen. Doch als sie später die entwickelten Fotos abholten, erschraken sie sehr. Denn auf dem Foto waren nicht nur sie zu sehen, sondern direkt hinter ihnen stand Númi.", dabei riss Siggi die Augen auf und blickte uns mit räselhaftem Gesichtsausdruck an. "Seitdem spukt Númi angeblich in Núpur umher. Es ist schon öfter passiert, dass Hotelgäste morgens zu mir kamen, da sie plötzlich seltsame Kratzer im Gesicht hatten...", sagte Siggi mit gesenkter Stimme. "Ich übernehme also keine Garantie für eure Sicherheit, das Geld für die Zimmer gibt es nicht zurück."

Nach einer kurzen Pause fuhr Siggi fort: "Ganz in der Nähe der Schule gibt es eine alte, unbewohnte Scheune. Im Winter fahre ich oft daran vorbei. Bereits einige Male waren die Fenster der Scheune erleuchtet - und das obwohl sie verlassen ist." Bedeutungsvoll hob Siggi die Augenbrauen. "Ein anderes Mal war ich alleine im Hotel unterwegs und sah von draußen, wie das Licht in der Küche eingeschaltet wurde. Doch außer mir war niemand da, um es einzuschalten...".


Siggi blickte erneut in unsere ungläubigen Gesichter. "Wenn der Winter in Núpur vorbei ist und es langsam wieder hell wird, öffne ich die Türen aller Hotelzimmer, damit frische Luft durch die Zimmer und Gänge wehen kann. Eines Nachmittags lief ich durch die Gänge, vorbei an den offenen Zimmern. Im Vorbeigehen warf ich einen Kontrollblick in jedes Zimmer.", Siggi wandte demonstrativ seinen Kopf zur Seite. "Doch plötzlich erregte etwas meine Aufmerksamkeit. Im Vorbeigehen sah ich in einem der Zimmer jemanden stehen." Siggi blickte uns aus unergründlichen Augen an. "Da zu dieser Zeit noch keine Gäste im Hotel sind und in Islands Einöde niemand in ein Hotel einbrechen würde, war ich verwundert. Doch da ich routiniert durch den Gang gelaufen war, immer dieselbe Bewegung ausführend, hielt ich erst einige Schritte später inne, als mir klar wurde, was ich da gesehen hatte." Siggi drehte sich auf dem Absatz um. "Ich wandte mich also um und ging langsam zurück zum Zimmer. Ich wunderte mich, wer sich zu dieser Jahreszeit hierher verlaufen hatte. 'Hallo? Wer ist da?', rief ich. Ich trat in den Eingang des Zimmers, doch das Zimmer war... vollkommen leer."


Und mit dieser Geschichte verabschiede ich mich für heute von euch. Natürlich ist es jedem selbst überlassen, ob er solchen Erzählungen Glauben schenkt oder nicht. Ich kann generell von mir sagen, dass ich an so etwas wie Geister nicht glaube und auch Siggis Geschichten nicht allzu ernst genommen habe. Bis zu dem Tag, an dem ich selbst ein wirklich unheimliches Erlebnis in Núpur hatte. Aber davon hört ihr beim nächsten Mal mehr...

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26. Oktober 2013

Herbststimmung in Reykjavík: Der alte Hólavallagarður Friedhof {Halloween Special}

Halloween rückt immer näher und ich lese schon die ganze Zeit begeistert auf anderen Blogs die ganzen tollen Rezepte, DIYs und Dekoideen durch. Dabei kann ich dieses Jahr leider mal wieder selbst nicht feiern. Außerdem habe ich momentan so viel für die Uni zu tun, dass ich fast nie zum Bloggen komme. Aber für Halloween habe ich mir dieses Jahr trotzdem etwas ganz Besonderes überlegt, um euch ein wenig in Stimmung zu bringen. Ich kann euch schonmal verraten, dass es um Island geht! Heute gibt es den ersten Teil der Halloween-Reihe. Ich habe diesmal einen Artikel mit Fotos für euch vorbereitet. Sie stammen von einem alten Friedhof in Reykjavík, der vor allem im Herbst sehr schön anzuschauen ist. Ich finde außerdem, dass die Fotos thematisch gut zu Halloween passen. Beim nächsten Mal geht es mit einem ziemlich unheimlichen Erlebnis weiter, das ich in Island hatte...

Der Friedhof Hólavallagarður wurde im Jahr 1838 gegründet und beherbergt zahlreiche antike, verzierte Grabsteine und Denkmäler. Zwischen den Gräbern erheben sich verkrümmte Bäume, die ihre Äste schaurig gen Himmel erheben. Der Friedhof liegt auf einem Hügel an der Suðurgata nicht allzu weit vom Zentrum entfernt und ganz nebenbei auch nur fünf Minuten von meiner damaligen Wohnung in Reykjavík weg. Ein Besuch lohnt sich zu jeder Jahreszeit, denn die alten Grabsteine sind wirklich interessant. Außerdem ist der Friedhof vermutlich der Ort mit den meisten Bäumen in Reykjavík. Aber nun möchte ich die Fotos für sich sprechen lassen.

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20. Oktober 2013

Rezept: Kürbissuppe mit Curry und Gewürzcreme

Es hat lange kein Rezept mehr gegeben, deshalb möchte ich heute ein einfaches Suppenrezept mit euch teilen, das perfekt zum Herbst passt. Ich habe diese Suppe schon vor einer ganzen Weile gekocht, bin aber bisher nicht dazu gekommen den Post vorzubereiten. Diese Kürbissuppe überzeugt jedenfalls mit dem würzigen Aroma von im Ofen geröstetem Kürbis, pikantem Curry und dem sämigen Geschmack von einem Klecks Gewürzcreme.


Zutaten (für etwa 4 Portionen)
- 1 kleiner Kürbis
- 330g Kartoffeln
- 4 Möhren
- 1 Zwiebel
- 1 Knoblauchzehe
- 1L Hühnerbrühe
- 2 TL Currypulver
- Salz, Pfeffer und Muskatnuss
- 100g Crème fraîche
- Korianderpulver
- Chilipulver


Zubereitung
Den Ofen auf 200°C vorheizen. Den Kürbis schälen und in etwa 2,5cm große Stücke schneiden. Die Kürbisstücke in eine Schüssel geben, mit etwas Olivenöl beträufeln und mit Salz und Pfeffer würzen. Alles gut vermengen, sodass der Kürbis von allen Seiten mit Öl benetzt ist. Den Kürbis auf einem Backblech verteilen und im Ofen etwa 30-40 Minuten backen oder bis er weich geworden ist.

In der Zwischenzeit das restliche Gemüse schälen und in Würfel schneiden. In einem Topf etwas Olivenöl erhitzen und das Gemüse darin für einige Minuten andünsten. Dann das Ganze mit Hühnerbrühe auffüllen, mit Salz und Pfeffer würzen und köcheln lassen bis das Gemüse durch ist.


Den Kürbis aus dem Ofen nehmen und zum restlichen Gemüse in den Topf geben. Den Topf von der Herdplatte nehmen und mit einem Pürierstab alles zu einer glatten Suppe verrühren. Zum Schluss noch das Currypulver hinzufügen und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken. Falls die Suppe zu dick ist, kann sie noch mit etwas Hühnerbrühe verdünnt werden.

Crème fraîche in eine kleine Schüssel geben und jeweils eine Prise Muskatnuss, Koriander und Chili dazugeben. Alles zu einer glatten Masse verrühren. Die Suppe in Schalen füllen und mit etwas Gewürzcreme anrichten. Ich habe außerdem noch etwas Chilipulver und geröstete Pinienkerne drüber gestreut, lecker!

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16. Oktober 2013

Edinburgh: Schottland Roadtrip - Teil 6 (Tag 1, 13 & 14)

Mittlerweile sind wir fast am Ende meiner Schottlandreihe angekommen. Seid ihr enttäuscht oder hängt euch Schottland mittlerweile schon zum Hals heraus? Fest steht, dass wir hiermit das Ende unseres Roadtrips erreicht haben. Heute berichte ich euch endlich von unseren Erlebnissen in Schottlands wunderschöner Hauptstadt Edinburgh. Bald folgt dann noch ein ausführlicher City Guide mit den gewohnten Tipps und Ratschlägen sowie ein allgemeines Reisefazit mit allen Reiseetappen im Überblick.


ANKUNFT
Als das Flugzeug sich langsam dem Boden nähert, schaue ich begeistert aus dem Fenster, denn das saftige Grün der Hügel schlägt mich schon jetzt in seinen Bann. Mit dem Bus fahren wir in die Innenstadt und müssen uns von da aus erstmal mit unseren Koffern durch den Trubel kämpfen. Es wird schnell klar, dass die Gehwege nicht gerade breit sind wenn von beiden Seiten Menschen kommen, man mit einem Koffer unterwegs ist und sich dann noch eine Bushaltestelle vor einem auftut, welche die Hälfte des Weges blockiert. Das Hostel stellt sich ebenfalls als äußerst unpraktisch heraus, denn die Rezeption liegt im 2. Stock und es gibt nur eine Wendeltreppe, die hinaufführt. Wir stellen zunächst unser Gepäck im Lagerraum ab. Als ich meinen Koffer öffne, um einiges umzupacken, schlägt mir der unverkennbare Geruch von Nagellack entgegen. Habt ihr euch jemals gefragt, ob eine geschlossene Flasche Nagellack im Koffer auslaufen kann? Ja, das kann sie. Dennoch trübt das meine Laune nicht allzu sehr, denn ich möchte endlich Edinburgh erkunden! Bereits der erste Blick auf die Stadt lässt viel erhoffen: Wunderschöne alte Häuser, historische Gebäude und natürlich das Edinburgh Castle.
 
ARTHUR'S SEAT
Wir beschließen auf den 251m hohen Arthur's Seat hinaufzuwandern, um einen Ausblick über die Stadt zu haben. Abgesehen von den Mücken läuft das auch zunächst ganz gut, doch wie aus dem Nichts zieht plötzlich eine riesige, dunkle Regenfront auf, die sich so schnell auf uns zubewegt, dass wir gar nicht schnell genug umkehren können. Wir machen erste Bekanntschafft mit dem wechselhaften schottischen Wetter, ich habe selten so starken Regen erlebt. Als wir zurück im Hostel ankommen, bin ich völlig durchweicht, habe meine Schuhe versaut und der iPod und das Handy meines Freundes haben ebenfalls zu viel Wasser abbekommen und funktionieren nicht mehr richtig. Super Start in den Urlaub! So schnell wie der Regen gekommen ist, klart der Himmel auch wieder auf, sodass wir einen zweiten Versuch wagen. Diesmal schaffen wir es bis ganz nach oben auf den Arthur's Seat. Leider hat sich der Himmel wieder völlig zugezogen und ich bin zugegebenermaßen auch nicht sonderlich beeindruckt von dem Ausblick. Zwar kann man die ganze Stadt überblicken, allerdings sind wichtige Sehenswürdigkeiten wie das Edinburgh Castle jetzt so weit weg, dass das Stadtbild gar nicht mehr besonders wirkt. Meiner Meinung nur bei perfektem Wetter eine lohnende Aktivität.
Unsere heutige Unterkunft, das Edinburgh Metro Hostel, kann ich leider überhaupt nicht weiterempfehlen: Es stellt sich heraus, dass unser Zimmer im 5. Stock liegt und wir samt Gepäck alle Treppen hochlaufen müssen. Das Zimmer ist geräumig, zeigt zum Innenhof und ist auch sonst völlig in Ordnung. Nachts ist es leider trotzdem total laut, weil draußen die Betrunken vor den Pubs herumhängen - ohne Oropax sehr unangenehm. Insgesamt wirkt das ganze Hostel auch etwas ranzig und durch die Matratze spürt man jede einzelne Feder so sehr, dass wir am nächsten Morgen beide Rückenschmerzen haben. Nicht empfehlenswert, es gibt auf jeden Fall bessere Hostels in Edinburgh!


PRINCES STREET & CALTON HILL
Am 13. Tag unseres Roadtrips kehren wir nach Edinburgh zurück und haben diesmal endlich mehr Zeit, um die Stadt zu entdecken. Weil das Wetter am Morgen zunächst schlecht ist, stöbern wir ein wenig in den Geschäften auf der Princes Street, einer Shoppingmeile, die spektakuläre Ausblicke auf das Edinburgh Castle erlaubt. Wir haben Glück und der Himmel klart schließlich etwas auf. Das gute Wetter will natürlich ausgenutzt werden also machen wir uns auf den Weg zum etwa 100m hohen Calton Hill, einem Hügel, der sich am Ende der Princes Street erhebt. Von der Hügelkuppe aus hat man eine wirklich schöne Aussicht über Edinburgh inklusive Edinburgh Castle und Arthur's Seat. Gegen Abend essen wir im Bella Italia, wie der Name bereits verrät gibt es dort italienische Gerichte wie Pasta und Pizza. Nicht total billig, aber dafür sehr lecker und die Einrichtung mit den alten Goldspiegeln und Bilderrahmen sorgt für eine gemütliche Atmosphäre.

REAL MARY KING'S CLOSE
Nach dem Essen nehmen wir an einer geführten Tour durch den Real Mary King's Close teil. Die Führung durch die unterirdischen, mittelalterlichen Gassen des alten Edinburghs ist wirklich interessant und vermittelt einem gute Einblicke in das Leben des 16. und 17. Jahrhunderts. Sehr spannend sind sicherlich auch die Geistertouren von Mercat Tours durch den Untergrund. 
Unsere Unterkunft, das Castle Rock Hostel (15 Johnston Terrace), befindet sich direkt neben dem Edinburgh Castle und hat damit eine unschlagbare Lage. Die Einrichtung des alten Hauses ist recht gemütlich und das Personal sehr freundlich und hilfsbereit. Unser Doppelzimmer ist zwar das winzigste Zimmer, was ich jemals gesehen habe (wenige Quadratmeter plus komplette Dachschräge), aber dafür können wir abends mit offenem Fenster der Eröffnungszeremonie des Edinburgh Festivals lauschen.
 


EDINBURGH CASTLE & ROYAL MILE
Für unseren letzten Tag in Edinburgh und damit auch Schottland haben wir uns nochmal einiges vorgenommen. Zuerst laufen wir die Royal Mile mit ihren alten Häusern, Pubs, Souvenirläden und Kopfsteinpflaster entlang. Das Edinburgh Castle schauen wir uns jedoch nur von außen an, weil der Eintritt teuer ist und wir nicht so sehr am Inneren interessiert sind. Leider ist die Altstadt bereits am Morgen sehr voll, da gerade das Edinburgh Festival Fringe angefangen hat. Es sind nicht nur sehr viele Touristen unterwegs sind, sondern es stehen auch überall  Theatergruppen und Menschen mit Flyern auf der Royal Mile.


GREYFRIARS KIRKYARD
Wir laufen weiter zur Kirche Greyfriars Kirk, die vom berühmten Greyfriars Kirkyard umgeben wird. Der alte Friedhof ist umgrenzt von hohen Mauern und präsentiert neben den verzierten Grabsteinen auch viel Grün. Der Grund wieso jedoch die meisten Touristen hierher kommen ist nicht nur der Friedhof, sondern die Statue von Greyfriars Bobby. Vor einem an den Friedhof angrenzenden Pub steht die Statue des Skyeterriers, der angeblich jahrelang am Grab seines toten Herrchens ausgeharrt haben soll.


NATIONAL MUSEUM OF SCOTLAND
Wir besuchen als nächstes das National Museum of Scotland, welches Schottlands Geschichte auf fünf Etagen dokumentiert. Der Eintritt ist frei und man sollte es nicht verpassen mit dem Aufzug hinauf zur Dachterrasse zu fahren. Von dort hat man einen wunderschönen Blick auf das Edinburgh Castle. Mittags essen wir im The Last Drop (74-78 Grassmarket), einem typischen Pub, das aber erstaunlich leckeres Essen wie Pasta oder auch Enchiladas serviert.


CAMERA OBSCURA
Als nächstes statten wir der Camera Obscura einen Besuch ab. Das Museum bietet auf mehreren Etagen eine Vielzahl an optischen Täuschungen, die man interaktiv entdecken kann. Nebenbei ist der Ausblick von der Dachterasse auch dort wirklich gut. Was ihr jedoch meiden solltet: Die Vorführung der Camera Obscura. Diese wird uns an der Kasse angepriesen, jedoch ist sie nicht wie erwartet eine interessante Erklärung der Funktionsweise der Kamera, sondern eine äußerst alberne Kindershow. Falls ihr Kinder habt: Sicher eine tolle Sache, aber ich kann absolut nicht nachvollziehen, wieso man die Show als erwachsener Mensch empfohlen bekommt. Oder habt ihr vielleicht Lust auf einer Leinwand Menschen mit einer Papierkarte platt zu hauen?!



PRINCES STREET GARDENS
Mittlerweile scheint zumindest die Sonne, sodass wir die Gelegenheit nutzen und uns den Park unterhalb des Edinburgh Castles ansehen. Die Princes Street Gardens sind wirklich schön, sodass wir uns hinsetzen und ein wenig die Sonne genießen. Zu Abend essen wir diesmal im Red Squirrel (21 Lothian Road), einem wirklich gemütlichem Restaurant/Pub, das bereits früh am Abend sehr gut besucht ist. Es gibt leckere Burger und Getränke und vor allem haben wir zum ersten Mal den Eindruck nicht nur von Touristen umgeben zu sein, sondern nur von Einheimischen. Ein echter Geheimtipp. Wir genießen unseren letzten Abend noch ganz in Ruhe bevor es am nächsten Morgen zurück nach Deutschland geht.

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9. Oktober 2013

Capture the Colour: Die Welt in Farben

Dieser Post ist sehr spontan entstanden, denn so beschäftigt, wie ich Moment bin, habe ich nicht einmal mitkommen, dass ich schon von mehreren Bloggern (Manuela und Eva & Nadja) für den Capture the Colour Fotowettbewerb getaggt worden bin. Aufgabe ist es jeweils ein Reisefoto zu finden, dass die Farben Rot, Blau, Grün, Gelb oder Weiß verkörpert. Veranstaltet wird das Ganze vom Travelsupermarket , aber ehrlich gesagt verstehe ich auch nicht so ganz, ob der Wettbewerb jetzt schon offiziell beendet ist oder ob er erst heute endet. Wie auch immer, da ich eh kein professioneller Fotograf bin und auch sowieso nie irgendwo gewinne, mache ich einfach mal mit, weil ich die Idee schön finde. Heute gibt es also fünf Fotos aus der ganzen Welt, die am besten die jeweilige Farbe verkörpern.
RED
Heimæy (Vestmannæyjar), Iceland

BLUE
Lake Matheson, New Zealand
(Can you guess what's wrong? Indeed this photo is upside down but as the lake looks like a mirror you can barely notice it.)

GREEN
Old Man of Storr, Scotland

YELLOW
 Berunes, Iceland

WHITE
Svínafellsjökull, Iceland

Es ist vermutlich schon zu spät, aber vielleicht haben die folgenden Blogger ja trotzdem Lust noch entsprechende Fotos zu posten:
1) Stefanie von Pekingenten
2) Charlotte von Thistle & Weeds
3) Ariane von heldenwetter
4) Lilian von Realize
5) Anja von Annie Waits

Und welche Farbe gefällt euch am besten?
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8. Oktober 2013

Achtung Mückenalarm! (Schottland Roadtrip)

Außentemperatur: etwa 17°C, der Himmel ist wolkenverhangen, es ist windstill und schwül, der letzte Regenschauer liegt erst kurze Zeit zurück. Gemütlich fahren wir über die kurvigen Straßen und lassen den kühlen Fahrtwind durch einen Spalt im Autofenster hereinwehen. Es ist der 5. Tag unseres Roadtrips und nach viel Zeit im Auto, wird es langsam Zeit für eine kleine Pause. Bei der nächsten Parkbucht am Straßenrand halten wir an, um uns die Beine etwas zu vertreten und ein paar Fotos von dem See zu machen, der sich durch das Tal erstreckt.

Sanft geschwungene, samtig grüne Hügel und einige kleine Tannen säumen den See. Es ist vollkommen still, weit und breit ist keine Menschenseele zu sehen und das Heidekraut... - "AUA! Eine Mücke!" - Ich reiße meinen Blick von der Landschaft los und tatsächlich: Nicht nur eine Mücke, sondern ziemlich viele der kleinen Viechern schwirren in unserer unmittelbaren Nähe umher. In Gedanken fluche ich bereits, denn natürlich habe ich mich ausgerechnet heute vorher nicht mit Mückenspray eingesprüht. Wer hätte schon ahnen können, dass die Mücken ausgerechnet jetzt auftauchen wenn wir nur mal kurz fünf Minuten irgendwo anhalten?


Die Mücken scheinen die Gunst der Stunde jedenfalls zu spüren, denn während ich zunächst noch versuche die winzigen umherschwirrenden Insekten zu ignorieren und in Ruhe Fotos zu machen (Wen stören schon ein paar Mücken?!), werden es irgendwie immer mehr und mehr. 
"Okay, also ich bin raus hier!", mit diesen Worten verabschiedet sich mein Freund und rennt fluchtartig zurück zum Auto. Als der erste Blutsauger auf meinem Arm landet, habe auch ich genug. Es ist einfach nur lächerlich, wie viele Mücken zu diesem Zeitpunkt bereits uns und unser Auto umschwirren! Deutschland ist nichts dagegen - stellt euch mal im Sommer nachts mit einer Lampe irgendwohin und wartet ab wie viele Mücken zu euch kommen. Bei uns sind es gerade bestimmt 100 Mal so viele.


Ich ergreife die Flucht, springe so schnell wie noch nie zuvor zurück ins Auto und knalle die Tür hinter mir zu. Doch die Sicherheit ist trügerisch, denn die Mücken scheinen an unseren Armen festzukleben, sodass ein ganzer Schwarm nun gemütlich mit uns im Auto sitzt. "Nein, das Fenster!", hektisch drücken wir an den Knöpfen herum, um die geöffneten Fenster zu schließen. In der Zwischenzeit gesellen sich munter weitere Mücken zu uns. Es ist wirklich wie im Film: Gefangen mit einem riesigen Mückenschwarm im Auto. Ich bin gerade ziemlich froh, dass weit und breit niemand anderes zu sehen ist, denn wir müssen einen ziemlich lächerlichen Anblick bieten. Während mein Freund die schwarzen Punkte auf seinem Arm plattschlägt, fuchtele ich wild um mich und versuche dabei so viele Mücken wie möglich mit der Landkarte zu zerquetschen. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass draußen immernoch ein riesiger Mückenschwarm unser Auto umkreist! Als wir die Mückenplage auf ein Minimum reduziert haben fahren wir los und öffnen alle Fenster um die Reste wegzublasen. Ein paar vereinzelte Mücken begleiten uns aber noch die ganze Fahrt über. Von diesem Tag an steige ich nicht mehr aus dem Auto ohne mich vorher mit Mückenspray einzusprühen.


Wie ich bereits am Anfang meiner Schottlandberichterstattung erzählt habe, sind die winzigen Mücken, genannt "Midges", von Ende Mai bis Anfang September eine echte Plage und können innerhalb kürzester Zeit in riesigen Schwärmen auftreten. Besonders häufig tauchen sie bei bedecktem Himmel und Windstille auf. Na klingelt's bei euch? Ja, eigentlich schrie bei uns alles förmlich nach "Midges", aber manchmal denkt man einfach nicht darüber nach. Das einzige, was wirklich zuverlässig gegen die Plagegeister  wirkt, ist ein gutes Insektenspray oder der Geheimtipp der Schotten: Avon Skin So Soft. Nachdem mir das Insektenspray jedoch die Farbe aus meiner Strumpfhose gezogen hat und mir einen faustgroßen Fleck beschert hat, bin ich auf Skin So Soft umgestiegen und kann bestätigen, dass es zuverlässig wirkt ohne der Haut so sehr zu schaden. Schaut am besten vorher immer wie die Mückenvorhersage aussieht.

Ich kann nur sagen: Ziemlich dummer Fehler von uns den ihr defintiv nicht machen solltet! Aber solche Geschichten sind es eben auch, die man im Nachhinein in Erinnerung behält und dann darüber lachen kann. Die toten Mücken kleben vermutlich heute noch an der Autodecke. Ich habe in Schottland auf jeden Fall viele neue Freunde gefunden, die mein Blut trinken wollen. Dagegen ist dieser Edward Cullen gar nichts.
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4. Oktober 2013

Der Hogwarts Express: Mit Harry Potter nach Hogwarts (Schottland Roadtrip)

Es ist fast unnatürlich still - bis auf meine Schnappatmung. Hektisch versuche ich mir die Gräser von der Strumpfhose zu klopfen, meine Kamera richtig einzustellen und wieder Luft zu bekommen ohne dabei die Brücke aus den Augen zu lassen. Niemals hätte ich gedacht, dass ich für meinen Blog so weit gehen würde (Okay, vielleicht auch für mich selbst) und mich eines Tages in so einer Situation wiederfinden würde. Dabei fing alles ganz harmlos an, denn unser heutiges Reiseziel war eigentlich ein ganz unscheinbares zwischen all den anderen.


Es ist Sonntag und der 9. Morgen unseres Roadtrips durch Schottland. Bereits am Abend zuvor habe ich mit unserem Gastgeber Craig über unser heutiges Ausflugsziel gesprochen. Heute geht es endlich nach Glenfinnan, wo sich die berühmte Brücke befindet, die in den Harry Potter Filmen vom Hogwarts Express überquert wird. Mehr durch Zufall habe ich von Craig erfahren, dass die Zugstrecke tatsächlich von einem Zug befahren wird, sodass wir nicht nur die Brücke sehen können, sondern auch wie ein Zug darüber fährt. Zwar bin ich kein riesiger Harry Potter Fan, allerdings fand ich die Bücher und Filme trotzdem toll und möchte mir diese Sehenswürdigkeit natürlich nicht entgehen lassen wenn wir nun schon einmal ganz in der Nähe sind. Meinen Freund hingegen hat kein einziges Buch gelesen, aber natürlich kommt er trotzdem mit (immerhin muss er ja fahren...). Auf dem Zugplan schauen wir wann der Zug in Glenfinnan vorbeifährt und machen uns auf den Weg nach Fort William. Als wir dort ankommen ist es bereits Mittagszeit und uns bleibt nicht mehr allzu viel Zeit. Wir essen so schnell es geht eine Kleinigkeit und fahren dann los Richtung Glenfinnan.

14:20 Uhr:  Der Zug fährt angeblich um etwa 15 Uhr in Glenfinnan vorbei. Etwas gehetzt versuchen wir aus Fort William herauszufinden, was sich als gar nicht so einfach herausstellt. Bevor wir endlich auf der richtigen Straße sind, verfahren wir uns mehrmals, sodass die Zeit bereits ziemlich drängt.

14:35 Uhr: Während wir zusammen mit einem anderen ziemlich ungeduldig wirkendem Auto hinter einem extrem lahmen Auto herfahren, jammere ich meinem Freund bereits die Ohren voll, dass der Zug bestimmt schon weg ist bis wir endlich ankommen. Ich rede die ganze Zeit davon, dass wir morgen nochmal wiederkommen müssen. Mein Freund findet die Idee nicht so toll. Das langsame Auto fährt unbeirrt weiter 70 statt der erlaubten 100km/h.

14:40 Uhr: Das Auto vor uns hat genug. Offensichtlich möchte es auch unbedingt den Hogwarts Express sehen, denn in einem gewagten Überholmaneuver rast es schließlich mit 130 Sachen an dem langsamen Auto vorbei und verschwindet. So viel dazu. Als die Kurven endlich nachlassen, können auch wir das Auto überholen und düsen weiter Richtung Glenfinnan.


14:50 Uhr: Vorher hatte ich noch gescherzt: "Wenn wir da ankommen, ist bestimmt kein Parkplatz mehr frei, weil alle dahin wollen und wir können dann gerade noch sehen wie der Zug in der Ferne verschwindet". Als wir in Glenfinnan ankommen und auf den Parkplatz einbiegen, stellen wir schnell fest, dass meine Vermutung der Wahrheit entspricht. Der kleine Parkplatz ist bereits bis auf den letzten Platz besetzt und das obwohl das Parken kostenpflichtig ist. Dennoch fahren noch mindestens fünf andere Autos umher und suchen nach einer Haltemöglichkeit. Total entnervt fragen wir den skurillen, alten Parkplatzwächter wann denn der nächste Zug vorbeikommt. "At about 3pm.", lautet seine Antwort. Also im Grunde jetzt. Glücklicherweise kann er uns den Tipp geben, dass man zwar von hier aus innerhalb weniger Minuten zu der beliebten Aussichtsplattform hinauflaufen kann, aber es ein kleines Stücke weiter die Straße runter noch einen anderen kleinen Parkplatz gibt. Von dort aus kann man auf einen anderen Hügel hinaufklettern, der links von der Brücke liegt, allerdings ist der Weg länger und steiler. Super. Aber was bleibt uns anderes übrig?

14:55 Uhr: Vor meinem inneren Auge sehe ich bereits den Zug an mir vorbeirauschen während ich noch irgendwo am Boden herumlaufe. In gefühlter Schallgeschwindigkeit springen mein Freund und ich aus dem Auto und rennen (Ja, rennen!) los Richtung Brücke. Jetzt wird es richtig peinlich: Wir rennen nicht nur wie die Bekloppten auf die Brücke zu - nein, um Zeit zu sparen, laufen wir schließlich querfeldein durch Gestrüpp, Matsch und riesige Pfützen bis wir den Weg hinauf zum Hügel erreichen.

15:00 Uhr: Wir sprinten den Trampelpfad hinauf und ich bin wirklich froh mir auf dem unebenen Weg nicht den Fuß zu verstauchen. Abgesehen davon bekomme ich seit mindestens 4 Minuten keine Luft mehr, weil meine Ausdauer versagt hat. Als wir schließlich ein gerades Stück Weg erreichen, kommt uns eine Familie entgegen. Vermutlich wirken wir auf sie wie zwei durchgeschwitzte Hardcore-Harry-Potter-Fans, die gerade aus der geschlossenen Anstalt entflohen sind und nun wie zwei Besessene auf sie zustürmen, um den Hogwarts Express doch noch vorbeifahren zu sehen. "Is this path leading up the hill any further?!", keucht mein Freund und lenkt dabei von meinem knallroten Gesicht und der Tatsache ab, dass ich gleich einen Kreislaufkollaps bekomme. Sie verneinen, der Weg scheint um den Hügel herumzuführen, deshalb wären sie zurück gekommen. Tatsächlich haben sie den Nerv meinen Freund darum zu bitten ein Familienporträt von ihnen aufzunehmen. Mir reißt der Geduldsfaden - und vor allem möchte ich noch ein paar Meter höher stehen. Ich renne also mal wieder querfeldein, frontal am Berg hinauf. Ihr merkt, ich habe bereits meinen guten Menschenverstand verloren.


15:10: Als mein Freund oben bei mir ankommt, fange ich gerade an wieder Luft zu bekommen. Vom Zug ist noch immer nichts zu sehen. Irgendwie ist es schon lustig, dass wir uns nur deswegen so abgehetzt haben und der Zug nun Verspätung hat. Das Gute ist jedoch, dass die eigentliche Aussichtsplattform nicht nur total überfüllt ist, sondern man auch viel weiter entfernt steht. Wir hingegen schauen genau aus der richtigen Perspektive auf die Brücke und haben eine viel bessere Aussicht. Glück im Unglück! Was tut man nicht alles für das perfekte Foto...

15:15 Uhr: Tatsächlich warten wir noch weitere 5 Minuten bis wir endlich hören, wie sich die Dampflok nähert. Aus einem mir bis heute unerklärlichen Grund kommt sie jedoch aus der falschen Richtung angefahren und geht auch äußert sparsam mit ihrem Qualm um. Es ist trotzdem ein tolles Gefühl wenn man sieht, wie ein Kindheitstraum wahr wird! Schade nur, dass der Zug nicht wirklich nach Hogwarts fährt...
 

Bei der Brücke handelt es sich übrigens eigentlich um das Glenfinnan Viaduct, welches vom Jacobite Steam Train überquert wird. Für die Dreharbeiten der Harry Potter Filme stellten die Besitzer des Zugs dem Filmteam die alte Dampflok zur Verfügung. Der Zug fährt von Mitte Mai bis Ende Oktober regelmäßig zwischen Fort William und Mallaig hin und her. Die Strecke, die der Zug dabei zurücklegt, gilt als eine der schönsten Zugstrecken der Welt. Leider hatten wir keine Zeit selbst mit dem Zug zu fahren, aber das ist mit Sicherheit (vor allem für Harry Potter-Fans) eine lohnenswerte Erfahrung. Beim nächsten Mal buche ich mir auf jeden Fall ein Zugticket.

Beim nächsten Mal gibt es eine weitere kleine Anekdote für euch. Ich sage nur ein Wort: Mücken!
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